Frühjahrsputz für deine WordPress-Website

Passend zum Frühjahrsanfang: Im Laufe der Zeit kann sich auf deiner WordPress Website so einiges an Gerümpel ansammeln. Dadurch kann deine Website langsamer, unsicher und unübersichtlich werden. Umso mehr lohnt sich ein regelmäßiges Ausmisten – natürlich nicht nur im Frühjahr.

In diesem Artikel zeige ich dir, wie du das Innere deiner Seite mit wenig Aufwand gründlich aufräumen kannst.

Zuerst: Backup!

Bevor du startest, solltest du ein frisches Backup von deiner Seite anlegen. Idealerweise hast du sowieso regelmäßige Backups automatisch eingeplant und speicherst diese an einem sicheren Ort abseits deines Webservers (wenn du noch kein Backup hast, lass jetzt bitte alles stehen und liegen und richte eines ein).

Wenn du bereits regelmäßige Backups erstellen lässt, prüfe bei dieser Gelegenheit, ob die Einstellungen noch deinen Anforderungen entsprechen. Vielleicht ist es an der Zeit, die Häufigkeit der Backuperstellung zu erhöhen oder den Speicher zu wechseln.

Sicherheitscheck

Als nächstes steht ein Sicherheitsscan an. WordPress ist aufgrund seiner enormen Verbreitung ein beliebtes Angriffsziel für Hacker - dabei muss es niemand persönlich auf dich absehen.

Mit hoher Wahrscheinlichkeit merkst du während oder nach einem erfolgreichen Angriff auf deine Seite Nebenwirkungen wie Meldungen von Google, veränderte Inhalte und Einstellungen oder andere Probleme. Dennoch kann sich ein Check ohne spezifischen Anlass lohnen.

Prüfe die Gesundheit deiner WordPress-Installation z.B. mit dem Service Sucuri (kein Plugin) oder diesem WordPress Antivirus Plugin.

Passwort ändern

Nach (hoffentlich) erfolgreichem Virenscan solltest du dein Administrator-Passwort ändern. Idealerweise solltest du dies regelmäßig wiederholen, z.B. einmal pro Quartal. Selbstverständlich sollte es ein sicheres und einzigartiges Passwort sein, das du an keiner anderen Stelle wieder verwendest. Mit einem Service wie LastPass musst du dir lange, sichere und einzigartige Passwörter für deine vielen Online-Accounts nicht mehr merken.

Unnötige Plugins und Themes entfernen

Im Laufe der Zeit hast du vermutlich zahlreiche Themes und Plugins ausprobiert - doch hast du sie auch gelöscht, wenn du sie nicht verwendest? Veraltete Plugins und Themes sind einer der häufigsten Gründe, warum WordPress gehackt wird. Daher ist es an der Zeit, deine Plugins und Themes aufzuräumen.

Mit Themes ist es relativ einfach: Du kannst einfach die nicht aktivierten löschen. Falls dein Theme ein Child Theme ist, lösche aber keinesfalls das zugehörige Elterntheme. Anschließend solltest du also nur noch eines oder maximal zwei Themes (Eltern- und Kind-Theme) installiert haben.

Bei Plugins ist es schon etwas komplizierter. Zunächst kannst du alle inaktiven Plugins löschen. Diese findest du separat auf der Plugin-Seite im WordPress-Backend, sodass du sie mit wenigen Klicks auf einen Schlag löschen kannst.

Darüber hinaus solltest du aber auch die aktiven Plugins durchsehen und dich fragen, ob du diese wirklich alle benötigst.

Jedes einzelne Plugin kann einen deutlichen Einfluss auf die Geschwindigkeit deiner Seite haben, unerwünschte Wechselwirkungen mit anderen Plugins haben oder die Sicherheit deiner Seite beeinträchtigen. Diese Checkliste kann dir helfen, die Anzahl deiner Plugins zu reduzieren, auch ohne dabei Funktionalitäten zu verlieren.

Ausstehende Aktualisierungen vornehmen

Falls noch nicht geschehen, solltest du unbedingt WordPress sowie alle Plugins auf den aktuellsten Stand bringen, indem du alle anstehenden Updates installierst. Diese findest du unter Dashboard > Aktualisierungen.

Prüfe nach der Aktualisierung, ob deine Seite noch wie erwartet aussieht und funktioniert. Gerade größere Versions-Updates von WordPress können zu Inkompatibilitäten mit Themes und Plugins führen.

Generell gilt, dass Aktualisierungen möglichst zeitnah vorgenommen werden sollten. Daher lohnt es sich, mindestens einmal wöchentlich auf Aktualisierungen zu prüfen oder dich mit einem Plugin wie WP Updates Notifier automatisch darüber benachrichtigen zu lassen.

Post-Revisionen löschen und begrenzen

Vielleicht ist dir beim Erstellen eines neuen Beitrags schonmal aufgefallen, dass du ältere Versionen deines Textes wiederherstellen kannst. Diese WordPress-Funktion ist den so genannten Post Revisions zu verdanken, d.h. WordPress speichert während der Bearbeitung eines Beitrags automatisch mehrere Versionen zur späteren Wiederherstellung.

Wie du dir sicher vorstellen kannst, kann dies die Datenbank auf Dauer sehr belasten und verlangsamen. Je mehr Beiträge und Seiten du hast, desto mehr Revisionen sammeln sich an.

Um einmalig alle nicht mehr gebrauchten Revisionen zu löschen, kannst du ein Plugin wie WP Optimize verwenden. Zusätzlich kannst du die Anzahl der Revisionen dauerhaft begrenzen, z.B. auf 3 Revisionen pro Beitrag.

Bearbeite dazu deine wp-config-Datei und füge folgende Anweisung hinzu:

define( ‘WP_POST_REVISIONS’, 3 );

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Alte Entwürfe löschen

Gerade wenn du mit anderen Autoren zusammen arbeitest, können sich zahlreiche Entwürfe für Seiten und Blogartikel ansammeln, die nicht mehr benötigt werden. Diese findest du unter Seiten > Alle Seiten unter einer eigenen Überschrift „Entwürfe“ (bzw. analog für Beiträge).

Auch hier kannst du mithilfe der Boxen alle auswählen und löschen.

Wenn du schon dabei bist, kannst du auch den Papierkorb leeren. Wenn dieser nicht angezeigt wird, befinden sich momentan keine Seiten/Beiträge darin.

Übrigens kannst du auch die Papierkorb-Löschzeit in der wp_config-Datei konfigurieren:

define( ‘EMPTY_TRASH_DAYS’, 30 );

So werden alle Papierkörbe nach 30 Tagen gelöscht, d.h. du hättest nach dem Löschen einer Seite oder eines Beitrags jeweils noch 30 Tage Zeit für eine eventuelle Wiederherstellung.

Kommentare löschen & moderieren

Weiter geht es mit den Kommentaren. Ich hoffe, dass du diese regelmäßig moderierst - also Spam löschst und „gute“ Kommentare bestätigst und beantwortest.

Wenn du Antispam Bee oder ein ähnliches Plugin verwendest, um Spam automatisch auszusortieren, findest du in der Kommentar-Übersicht im Backend eine extra Kategorie für diese Spam-Kommentare. Diese können sich mit der Zeit ansammeln und sollten hin und wieder gelöscht werden.

Auch hier kannst du anschließend ggf. den Papierkorb leeren.

Nicht verwendete Bilder und Medien-Dateien löschen

Bilder, Videos und andere Mediendateien sind bekanntermaßen oft große Dateien, die in der Summe einen Großteil deines Webspaces einnehmen. Zudem können sie auch ohne direkte Einbindung in einen Beitrag beispielsweise aufgrund von Sitemaps in den Suchmaschinen auftauchen. Daher lohnt sich auch hier eine Aufräumprozedur.

Hinzu kommt, dass WordPress für jedes hochgeladene Bild verschiedene Größenvarianten erzeugt und speichert, um an verschiedenen Stellen das möglichst ideal große Bild zu verwenden (z.B. für die Beitragsvorschau, den eigentlichen Beitrag oder die Anzeige in den verwandten Beiträgen).

Um die nicht verwendeten Bilder zu identifizieren und zu löschen, kannst du in der Mediathek nach „Nicht verknüpft“ filtern. Doch sei vorsichtig beim Löschen: Evtl. hast du die dort aufgeführten Bilder zwar nicht direkt über WordPress verknüpft, aber anderweitig verlinkt oder direkt per HTML eingebunden (z.B. in einem Text-Widget in der Sidebar) oder in den Theme-Einstellungen als Icon, Hintergrundbild o.ä. eingestellt.

Weitere Tipps zum Umgang mit Bildern und Bilderoptimierung findest du hier.

Fehlerhafte Links entfernen

Links, deren Ziel nicht mehr existiert, bringen gleich mehrere Probleme mit: Sie sind nervig für Leser, die versprochene Inhalte nicht finden können, verschlechtern die Nutzererfahrung erheblich, verschlechtern die interne Verlinkung der Website und können sich negativ auf SEO-Ratings auswirken. Dennoch sind sie mit wachsendem Umfang der Website immer schwerer zu finden.

Das beliebte Plugin Broken Link Checker prüft automatisch alle Links auf die Existenz ihres Ziels und schlägt per E-Mail Alarm bei Fehlern. Es kommt dabei aber auf die richtige Konfiguration an, denn dieses Plugin prüft auch die internen Links und schickt dazu regelmäßig Anfragen an den eigenen Webserver - das kann diesen unnötig belasten. Einmal täglich, am besten nachts, Links zu prüfen sollte ausreichen.

Aus diesem Grund verbieten mancher Managed Hosting Anbieter dieses Plugin sogar gänzlich (z.B. WP Engine). Zum Glück gibt es aber Off-Site-Alternativen wie Dead Link Checker.

Was tun mit den identifizierten fehlerhaften Links? Am besten natürlich korrigieren - vielleicht hat sich nur ein Tippfehler eingeschlichen oder die verlinkte Ressource ist unter einer leicht geänderten Adresse zu finden. Oft hilft da schon eine kurze Google-Suche. Ansonsten kann der Link eventuell durch einen ähnlichen ersetzt oder muss ganz entfernt werden.

Taxonomien aufräumen

Kategorien und Tags sind nützliche Strukturen, um deine Websiteinhalte zu organisieren und auffindbar zu machen. Vermutlich haben sich mit der Zeit aber auch einige ungenutzte angesammelt. Diese kannst du finden und löschen, indem du auf der Kategorien- bzw. Tag-Seite im Adminbereich nach Anzahl der Verwendung sortierst.

Vielleicht ist es zudem an der Zeit, die Kategorisierung und Verschlagwortung deiner Inhalte zu überarbeiten - z.B. weil dein Blog enorm gewachsen ist oder sich der Themenschwerpunkt verschoben hat?

Nicht mehr vorhandene Shortcodes entfernen

Shortcodes sind sehr praktisch, um bestimmte Funktionalitäten einzubinden oder das Layout eines Themes zu gestalten. Doch wenn du das Plugin oder Theme, zudem ein Shortcode gehört, entfernst, „verwaisen“ die Shortcodes in deinen Beitragstexten. Sie werden nicht mehr durch den eigentlich gewünschten Inhalt ersetzt, sondern nur noch als angezeigt.
Je umfangreicher deine Website, desto schwerer wird es mit der Zeit, diese Shortcodes zu finden und zu entfernen. Das Plugin Remove Orphan Shortcodes erledigt dies ganz automatisch für dich.

Datenbank bereinigen

Einen erheblichen Teil der Datenbankbereinigung haben wir in den anderen Schritten schon geschafft, indem wir Post-Revisionen, Spam-Kommentare und alte Entwürfe gelöscht haben. Doch du kannst noch einen Schritt weitergehen und deine Datenbank von nicht mehr benötigten Tabellen, Einstellungen und anderen Einträgen befreien. Das ist nicht ganz risikofrei, aber dafür hast du ja zu Beginn ein Backup angelegt. Zudem solltest du diesen Schritt nur durchführen, wenn die Datenbank ausschließlich von deiner Website benutzt wird (also nicht etwa noch von anderen WordPress-Installationen).

Installiere also das Plugin Clean Up Optimizer und lösche nicht mehr benötigte Strukturen und Einträge.

Frontend und Inhalte aufräumen

Dieser letzte Punkt des Frühjahrsputz kann sich auf Stunden oder sogar Tage ausdehnen - entscheide selbst, wie gründlich du ihn befolgen möchtest.

Prüfe deine Seiten und idealerweise Beiträge einzeln. Was ist jeweils das Ziel dieser Seite und dienen alle Elemente (Bilder, Widgets, Texte, CTAs) diesem Ziel? Das erstreckt sich natürlich auch auf die Widgets in Sidebar und Footer, das Menü.
Repräsentiert die Startseite noch akkurat den Schwerpunkt deiner Website und bietet einem neuen Besucher einen optimalen Einstieg in dein Angebot? Ist die „Über Uns“-Seite noch aktuell?

Insbesondere lohnt sich auch eine Überprüfung der rechtlichen Seiten, wie Impressum und Datenschutzerklärung. Sind die Angaben noch auf dem neusten Stand und erfüllen sie die aktuelle Gesetzeslage?

Wenn du genug Zeit für eine tiefgehende Überarbeitung hast, kannst du auch alte Artikel aktualisieren, Meta-Beschreibungen und Keywords überarbeiten.

Fazit

Mit der Zeit sammeln sich viele veraltete und unnötige Dinge auf deiner Website an - das ist ganz normal und Teil des Entwicklungsprozesses. Umso mehr lohnt es sich, in regelmäßigen Abständen mal gründlich aufzuräumen. So bleibt deine Seite nicht nur aktuell und schnell, sondern erfüllt auch weiterhin ihren Zweck: dich und dein Angebot optimal zu repräsentieren.


Über Michelle

Michelle ist Gründerin des WordPress Service HootProof, mit dem sie und ihr Team große und kleine WordPress-Probleme lösen und Änderungen umsetzen. Auf dem zugehörigen Blog schreibt Michelle darüber, wie Online-Unternehmer ihre WordPress-Seite optimieren und als Tool in ihrem Business einsetzen können.