Fast immer lesen wir auf mehrsprachigen Websites mit Sitz in Deutschland den Begriff ,Imprint‘. Wie kommt es, dass sich dieser false friend in die Köpfe und Websites vieler Menschen geschlichen hat? Bei unserer Umfrage haben ganze
50 % der Befragten ihr Impressum auf englisch falsch übersetzt! Hier erfahrt ihr, was es damit auf sich hat und wie man den Begriff ,Impressum‘ richtig ins englische übersetzt.

Zusammenfassung für Eilige: „Imprint“ nein, „Legal Notice“ ja!

Kurz: Imprint für Impressum ist die falsche Übersetzung.

Wollt ihr euer Impressum in richtigem englisch übersetzen, nehmt Legal Notice oder About this Website. Diese Ausdrücke entsprechen dem deutschen Term Impressum besser.

Impressumspflicht – warum wird falsch englisch übersetzt?

Sobald deine Firma ihren Sitz in Deutschland hat oder sich dein Angebot direkt an den deutschen Markt wendet, bist du der Impressumspflicht unterlegen. Das gilt auch, wenn deine Website gar nicht in deutsch, sondern in einer anderen Sprache online ist. Die große Frage ist jetzt, wie man Impressum auf englisch übersetzen kann.

Nehmen wir uns nun also einmal Websites aus englischsprachigen Ländern zum Vorbild. Dort fällt auf, dass ein Impressum schlicht fehlt. Warum, ist einfach zu beantworten: In englischsprachigen Ländern gibt es keine Impressumspflicht entsprechend des deutschen Rechts. Gegebenenfalls kann es auch in englischsprachigen Ländern eine Pflicht zur Anbieterkennzeichnung geben. In dem Fall gelten jedoch die lokalen Gesetze.

Zieht man Online-Übersetzungsplattformen zurate, bekommt man für die Übersetzung des Begriffs Impressum oft als erstes Imprint vorgeschlagen. Das geschieht meist ohne Hinweis darauf, dass es sich hierbei nur um eine Übersetzung im Bezug auf Bücher handelt. Das mag der Hauptgrund sein, warum sich dieser falsche Begriff eingeschlichen hat.

Umfrage: Wie übersetzt ihr „Impressum“ ins Englische?

Um ein kleines Stimmungsbild einzufangen haben wir in vier Facebook-Gruppen nachgefragt. Insgesamt haben sich 77 Personen an der Umfrage beteiligt.

Imprint (FALSCH!): 51 %

Legal Notice: 32 %

Legal Disclosure: 5 %

Legal: 4%

Contact us: 1 %

Site Notice: 1 %

About: 1 %

Die Umfrage fand in den folgenden Gruppen statt:
Webworkerdesk, WordPress Berlin/Brandenburg,WordPress & SEO - Allgemeine Fragen und WordPress Bistro

Was ist falsch am Begriff „Imprint“ fürs Website-Impressum?

Dafür macht es Sinn zu verstehen, was das Wort Imprint eigentlich bedeutet und wo es verwendet wird.

Die Übersetzungen und Verwendungen sind vielfältig. Sie gehen von den Bereichen Kultur bis hin in die Naturwissenschaften. Auch diverse Musikalben und Filmtitel sind mit dem Ausdruck benannt und es gibt wissenschaftliche Arbeitsmethoden in der Psychologie, Biologie und Chemie, die mit Imprint bezeichnet werden.

Besonders der Buchhandel und Verlage arbeitet oft mit dem Begriff. Zum Beispiel wenn Herausgeber:innen gekennzeichnet werden sollen.

Agentur Webdesign

Noch im Impressum- und Datenschutz-Jungle verloren?

Egal, ob es um eine Auffrischung deiner bereits bestehenden Website geht, du Hilfe bei einem Seitenprojekt brauchst, oder einen gesamten Relaunch planst: Wir helfen weiter! 

„Impressum“ auf englisch richtig übersetzen

Da es keine genaue und alleinig richtige Übersetzung gibt, kannst du zwischen ein paar Möglichkeiten wählen. Praktikabel erscheinen hier jene, welche implizieren, dass wir es hier mit einer rechtlichen Vorschrift zu tun haben. So gibt es zum Beispiel:

  • Legal Disclosure
  • Legal Notice
  • Legals
  • Impressum – Legal Disclosure
  • Impressum – Legal Notice
  • Company Details
  • Site Notice
  • Terms of Use
  • Contact
  • About this Website

Eine weitere Möglichkeit könnte sein, einfach beim Wort Impressum zu bleiben und nicht zu übersetzen. Allerdings ist dann ein kleiner Hinweis sinnvoll, der besagt, dass es sich hierbei um eine in Deutschland vorgeschriebene Formalität handelt.

Ein englischsprachiges Impressum erstellen

Was ein Impressum enthalten muss, wird in diesem Artikel von gruenderkueche erläutert: Checkliste: Was muss in ein Impressum?

Neben Name und Anschrift des Website-Betreibers muss es unter anderem auch Angaben zur schnellen Kontaktaufnahme (E-Mail Adresse und Telefonnummer) enthalten.

Nutze Online-Generatoren, um auf der sicheren Seite zu sein. Sie helfen dir, dein englisches Impressum sowie deine Datenschutzerklärung, die du auch brauchst, zu generieren. Hierbei können Websites wie Twigg.com helfen.

Allgemeine Tipps zur Impressumspflicht & zum Datenschutz

  • Jede Website muss ein Impressum sowie eine Datenschutzerklärung nach §5 des Telemediengesetzes haben: zum Telemediengesetz
  • Das Impressum inklusive der Datenschutzerklärung für die deutsche Fassung deiner Website kannst du mithilfe des kostenlosen eRecht24-Impressumgenerators erstellen: zum Impressumgenerator
  • Alternativ kannst du bei eRecht24 auch angeben, dass du den Datenschutzpassus nicht über eRecht24 erstellen möchten. Stattdessen kannst du dafür den etwas ausführlicheren Datenschutzgenerator von Rechtsanwalt Thomas Schwenke nutzen: zum Datenschutzgenerator
  • Wenn du generell wissen möchtest, welche Punkte bezüglich Abmahnungen relevant sind, kann dir der eRecht24-Abmahnchecker eine Hilfe sein: zum Abmahnchecker
  • Einen Impressums-Generator und einen Generator für eure komplett englischsprachige Datenschutzerklärung findet ihr in dem Komplettschutz-Paket von easyRechtssicher: zum Komplettschutz-Paket
  • Last but not least: Auch geschäftliche Social-Media-Seiten (Facebook, Twitter, YouTube, LinkedIn etc.) benötigen in Deutschland ein Impressum.

Alles klar?

Rechtssicher machen musst du deine mehrsprachige Website selbst oder mit dem Webrecht-Anwalt unseres Netzwerks.

Wenn du aber Hilfe bei der Realisierung und Gestaltung brauchst, sind wir die richtigen Ansprechpartner:innen. Melde dich doch bei uns!

Bitte beachten: Dieser Artikel beinhaltet keine Rechtsberatung, sondern spiegelt unsere persönliche Meinung wieder. Die Informationen sind rechtlich ohne Gewähr und wir übernehmen keine Haftung. Für rechtliche Auskünfte bei einem konkreten Problem frage bitte stets deine:n Rechtsanwält:in.

Team Frauenpower im Grünen

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