Scheitern – das scheint in der Welt der ganzen ach so erfolgreichen Online-Unternehmen und Webworker nicht vorzukommen. Dabei schaffen es viele kaum, sich am Markt zu behaupten, einige arbeiten nach Jahren immer noch als Kleinunternehmer*innen und nicht wenige kämpfen mit Burnout.

Wir finden es schade, dass so wenig über das Scheitern, Misserfolge und prekäre Situationen gesprochen wird. Deshalb stellen wir fünf Menschen vor, die digital gescheitert sind und sich trauen, über ihre individuelle Geschichte zu sprechen. Wir möchten damit dazu beitragen, ein Klima zu schaffen, in dem wir alle offener über unsere Scheitergeschichten sprechen können. 

Vorab: Über das Scheitern reden – was bringts?

Super Stimmung, Macher-Ethos und „Gewinner Mindset“ – so präsentieren sich Webworker, digitale Nomaden und Online-Unternehmer*innen im Netz. Und obwohl jeder weiß, dass dies nicht die ganze Realität widerspiegelt, tun wir so, als müsste das so sein. Schwächen werden ignoriert und auch wenn es natürlich Sinn macht, nicht mit seinen Fehlern gleich bei jedem hausieren zu gehen, wird dennoch ein Bild gezeichnet, das die Erwartungen an die Realität zu hoch hängt.

Wir denken, dass sich eine offene Diskussion über das Scheitern in vielen Aspekten positiv auswirken könnte:

1. Weniger Angst

Viele Gründer*innen und Webworker stehen unter einem immensen Druck: Wenn etwas nicht rund läuft, ist man schnell einer nagenden Existenzangst ausgeliefert. Bei allen anderen läuft es offensichtlich immer super, man ist mit dieser Angst alleine. Oder? Spräche man mehr über die eigenen Fehler und Misserfolge, würde sich diese Angst vielleicht ein bisschen in die richtige Größenordnung rücken. Dann sähen wir, dass einfach jede*r ständig Fehler macht und es trotzdem nicht das Ende der Welt ist – selbst die ganz Großen.

2. Lernen

Wie soll man aus etwas lernen, von dem man nichts weiß? Wenn Unternehmen und Projekte aus der Welt scheiden, ohne dass die Öffentlichkeit erfährt, was überhaupt passiert ist, ist der Lerneffekt gleich null. Würden wir transparenter darüber reden, was schief gelaufen ist, sähe das anders aus. Wir könnten andere davor bewahren dieselben Fehler zu machen, in dieselben Fallstricke zu laufen und realistische Erwartungen vom Outcome zu haben.

3. Authentizität

Der Macher-Gewinner-Sportwagen-Typ wirkt zwar auf bestimmte Menschen anziehend, aber die meisten wissen sowieso, dass der Himmel auf dem Werbeplakat mit Photoshop bearbeitet wurde und alles zu schön ist, um wahr zu sein. Wem Glaubwürdigkeit, Menschlichkeit und Authentizität als Bestandteil seiner Brand wichtig ist, der sollte darüber nachdenken, ob ein offener Umgang mit dem Scheitern nicht vielleicht sogar ein Bonus sein kann.

Fünf Definitionen vom Scheitern

Wir freuen uns deshalb, dass wir fünf spannende Menschen gefunden haben, die Geschichten über ihre Misserfolge mit uns teilen möchten. Wir möchten hier einige Aspekte des Scheiterns in der digitalen Welt beleuchten.

Apropos Scheitern: Das Veröffentlichen dieses Artikels hat über ein halbes Jahr gedauert (großes Sorry an der Stelle auch an die Interviewten, die so lange warten mussten). Immer wieder kam etwas dazwischen, sei es Kundenprojekte, Deadlines oder Ausfall durch Krankheit. Auch da haben wir wieder gemerkt, sich mit Scheitern zu beschäftigen ist etwas, was man nur allzu gerne aufschiebt.

Was bedeutet „Scheitern“?

Was ist das überhaupt, „Scheitern“? Wo fängt es an und wie tief muss der Fall sein? Darüber kann man wahrscheinlich lange philosophieren. Wir haben unsere Teilnehmer*innen gefragt, wie sie das sehen und mussten feststellen, dass Scheitern ein komplexes, vielschichtiges und vor allem ein sehr persönliches Thema ist. Aber lest selbst.

Kalina Resen*

*Name geändert

Kalina ist freiberuflich als Webdesignerin tätig und beschreibt die emotionale Dimension des Scheiterns:

„Das Gefühl vom Scheitern kann dann schon einsetzen, wenn das Ziel gar nicht wirklich unerreichbar geworden ist, sondern es mir nur so vorkommt – manchmal vielleicht nur, weil ich ein Brett vorm Kopf habe, an dem ich einfach nicht vorbei gucken kann.“

Catharina Siemer

Catharina ist 32, Medienwissenschaftlerin, Bloggerin und Online Marketing Managerin. Sie findet, Scheitern werde stigmatisiert:

„Scheitern ist, so wie ich es verstehe, nichts Schlechtes: Nämlich etwas zu tun und dann zu merken, dass es nicht funktioniert. Allein das hat ja schon zwei positive Aspekte: Zum einen versucht man aktiv, Träume, Visionen und Ideen zu verwirklichen und zum anderen ist man offen, zu reflektieren und etwas ‘aufzugeben’. Beides erfordert Mut, den viele nicht haben.

Fabian Arndt

Fabian bewegt sich seit knapp 17 Jahren in der Online-Welt und ist Marketing-Experte. Er hat eine recht pragmatische Definition vom Scheitern:

„Scheitern ist für mich persönlich die Erkenntnis, dass etwas, von dem man überzeugt war, dass es funktioniert, in der Realität nicht funktioniert. Manchmal bedarf es äußerer Umstände, um sich ein Scheitern einzugestehen. Manchmal kommt man auch von selbst auf den Gedanken, dass es besser wäre, an dieser Stelle nicht mehr weiterzumachen.

Inga Höltmann

Inga ist Gründerin und freie Journalistin. Für sie gehört Scheitern einfach zum Leben dazu:

„Ich denke, dass Scheitern etwas ist, was sich durch unser Leben zieht, in so vielen Lebensbereichen. Jeder, der schon einmal durch eine Prüfung gefallen ist oder sich vergeblich auf einen Job beworben hat, kennt das Gefühl.

Antje

Antje ist Verlegerin. Sie glaubt, dass Scheitern immer von den Umständen abhängt:

„Scheitern bedeutet für mich, gegen innere oder äußere Begrenzungen nicht anzukommen bzw. keinen Weg zu finden, um bestimmten einengenden Rahmenbedingungen etwas entgegenzusetzen.

Scheitern ist also Definitionssache. Der eine beißt sich lieber durch, wo die andere schon zu neuen Dingen übergeht. Eins aber kann man immer sagen: Scheitern ist eine einschneidende Lebenserfahrung.

Manchmal ist sie unvermeidbar und manchmal öffnet sie uns auch neue Türen. Aber der Moment der Einsicht, dass die Energie, die man investiert hat, sich nicht auszahlt, ist erst einmal schmerzhaft.

Welche Erfahrungen mussten denn unsere Fünf auf ihrem Weg machen?

Foto: Pexels

Wie scheitern Webworker? Fünf Geschichten

Zu hohe Erwartungen?

Kalina entschied sich für die Selbstständigkeit, nachdem sie bei ihrem Angestelltenjob gekündigt worden war und nicht weiter wusste, wovon sie leben konnte. Das Gefühl, gescheitert zu sein, übernahm sie mit in ihre neue Tätigkeit.

„Mein Ziel als Selbstständige war natürlich an erster Stelle, meine Lebenshaltungskosten decken zu können. Gerade am Anfang meines Freiberuflerinnen-Daseins habe ich das in vielen Monaten nicht geschafft. Die Rücklagen zu Beginn waren auch kaum vorhanden, sodass ich mich entweder um einen Kredit oder anderweitig um Geld bemühen musste. So saß ich oft alleine da und grübelte und suchte nach weiteren Möglichkeiten an Aufträge zu kommen, um bloß nicht zum Telefon greifen und mir von meiner Familie anhören zu müssen (natürlich in sehr lieb gemeinter Sorge): ‘Willst du dich nicht doch lieber wieder nach einem richtigen Job umschauen?’ Als ob meine Selbstständigkeit kein richtiger Job wäre, nur weil ich nicht erfolgreich war.

Plötzlich ohne Job

Kalina stand also plötzlich ohne Job da, was sie dazu bewegte, sich selbstständig zu machen. „Die Arbeitslosigkeit dominiert das Gründungsgeschehen in Deutschland“, erklärte Marc Evers der DIHK in der ZEIT und meint, dass 56% aller Gründungsinteressierten angaben, sonst arbeitslos zu werden. Es wird niemanden überraschen, dass viele von ihnen scheitern, da aus dieser Notsituation heraus die notwendigen Voraussetzungen eventuell nicht gegeben waren.

Kalina war daran gescheitert, ihre selbstständige Tätigkeit von Anfang an rentabel auszuführen. Sie fühlte sich schlecht, weil sie aus anderen Quellen Geld generieren musste. Aber sieht man sich die Erfahrungen von anderen Selbstständigen an, scheint es sich hier auch um das Problem von zu hohen Erwartungen an sich selbst zu handeln.

Denn die allermeisten Selbstständigen benötigen mindestens drei Jahre, um ein wirklich gewinnbringendes Business zu schaffen. Man sollte also genau wissen, worauf man sich einlässt, wenn man gründet. Und wer sich, wie Kalina, durchbeißt und ohne große Rücklagen an den Start geht, hat definitiv Respekt verdient. Denn nach dem Statistischen Bundesamt scheitern etwa die Hälfte aller Existenzgründungen innerhalb von sechs Jahren, bei 68% ist der Grund fehlende finanzielle Rücklagen.

Scheitern mit Herzblut

Fabian hatte bereits eine ansehnliche Karriere hingelegt, als er nach Berlin kam, um in einer Agentur im Bereich Marketing zu arbeiten. Das Betriebsklima und die Stadt, die er vorher von außen so gemocht hatte, entpuppten sich jedoch als große Enttäuschung. Er kündigte, ging nach Leipzig und eröffnete seine eigene Marketing-Agentur.

„Das größte Scheitern bisher sollte dann ein paar Monate später seinen Anfang nehmen: Wir brachten unser erstes eigenes, digitales Produkt von Leipzigern für Leipziger auf den Markt. Und gingen sehr naiv an Themen wie Akquise heran. Da wir schwerpunktmäßig aus der Grafik und dem Marketing kommen, bauten wir innerhalb von kurzer Zeit eine solide Fanbase im mittleren vierstelligen Bereich auf, die im Durchschnitt Interaktionsraten von mehr als 5% erreichte. B2C war uns mehr als vertraut. Aber um den Kapitalfluss sicherzustellen, war es mehr als notwendig, dass wir Kunden im B2B-Bereich bekommen, die von unserem System überzeugt waren und Werbeflächen mieten wollten. Wobei wir kläglich scheiterten. Ungefähr vor einem Monat wurden dann Auflösungsverträge geschlossen und nach über 1.000 Arbeitsstunden zu dritt und einem Minus im mittleren vierstelligen Bereich, ist das Projekt seit dieser Woche von unserer Seite eingestellt und an Dritte übergeben.

Am Ende gehts ums Geld

Fabian war von seiner Idee überzeugt, doch scheiterte daran, genug Geld zu akquirieren, um sie gewinnbringend umzusetzen. Das geht nicht nur ihm so. Je nachdem, welcher Statistik man glaubt, scheitern 8 oder 9 von 10 Startups in den ersten drei Jahren nach ihrer Gründung. Die Chancen, auf dem Markt mit einem neuen Produkt zu bestehen, sind also ohnehin eine Herausforderung.

Von der Selbstständigkeit ins Angestelltenverhältnis

Als Catharina ihr Konzept „Webdesign + Galerie“ an den Start brachte, war sie voller Hoffnungen. Selbst der Oberbürgermeister ihrer Stadt war bei der Eröffnung und hielt eine Rede. Ihr Projekt wurde über ein Jahr gefördert und sie war „stolz wie Bolle“.

„Nach einem Jahr war dann aber klar: Wenn die Förderung der Stadt wegfällt, kann ich die Miete nicht zahlen. Und so habe ich rechtzeitig die Bremse gezogen und die Galerie geschlossen, um mich nur noch dem Webdesign zu widmen. Das ging ein Jahr lang ganz gut. Dann kamen Probleme mit nicht zahlenden Kunden, Aufträge liefen aus, es kamen keine neuen dazu.  Hinzu kam, dass ich mit meiner Dissertation angefangen hatte und mir – mal wieder – zu viel zugemutet hatte. Seit Dezember 2015 arbeite ich nun im Angestellten-Verhältnis als Online-Marketing-Managerin. Und das habe ich zunächst als das eigentliche Scheitern empfunden: die Selbstständigkeit auf ein Minimum runterzufahren, weil es einfach finanziell nicht reicht. Sich einzugestehen, dass ein Konzept so nicht funktioniert.

Doppelbelastung

Für Catharina kamen also zwei Dinge zusammen, die die Selbstständigkeit gefährdeten. Einerseits waren Aufträge knapp oder wurden nicht oder zu spät gezahlt und somit stand die Finanzierung auf wackeligen Beinen. Andererseits kam es zur zeitlichen und persönlichen Überforderung, ausgelöst durch die Doppelbelastung von Dissertation und eigenem Business.

Dabei ist es in den allermeisten Fällen so, dass eine Existenzgründung zeitlich aufwendig ist: 20% aller Existenzgründer arbeiten über 50 Stunden pro Woche, 70% arbeiten über 30 Stunden. Nebenbei eine genauso zeit- und nervenaufreibende Dissertation gewissenhaft zu schreiben ist also ein schwieriges Unterfangen.

Wie viele Selbstständige am Ende doch wieder in ein Angestelltenverhältnis wechseln, wissen wir nicht. Doch dass es Menschen auf dem Arbeitsmarkt schwieriger haben, wenn sie vorher länger selbstständig gearbeitet haben, gilt jedenfalls dem Wissenschaftsladen Bonn als Fakt . Gründe dafür sind vielfältig, oft ist es das Vorurteil, dass wer mit dem eigenen Unternehmen gescheitert ist, auch als Angestellter nicht viel zu bieten haben kann.

Gemeinsam scheitern

Inga ist Wirtschaftsjournalistin, eine Branche, in der viele Männer für Männer schreiben. Damit geht einher, dass so manche Themen unterbelichtet bleiben oder der weibliche Blickwinkel fehlt. Im Sommer 2013 hatte sie deshalb mit drei Kolleginnen das Online-Magazin „BizzMiss“ gegründet, bei dem sie genau diese Lücke füllen wollten.

„Wir haben über Themen im Job geschrieben, die besonders für Frauen interessant sind, wie z. B. Gehaltsverhandlungen. Außerdem haben wir Unternehmerinnen und spannende Wirtschaftsfrauen vorgestellt oder in unserer wöchentlichen Kolumne Sachverhalte kommentiert, wie z. B. die Pay Gap oder Vereinbarkeit. Im Januar 2014 haben wir das Magazin gelauncht. BizzMiss gab es zwei Jahre, im Januar 2016 haben wir das Magazin eingestellt. Das hatte verschiedene Gründe, vor allem lag es daran, dass das Team auseinandergefallen ist. Wir waren ursprünglich zu viert, eine hat nach einem Jahr eine Festanstellung außerhalb des Journalismus angenommen, die anderen beiden wurden im ersten Jahr schwanger.

Das ist ja erst einmal kein Drama, aber dass wir das nicht ausgleichen konnten, hatte zwei Gründe: Wir hatten noch immer kein funktionierende Business-Modell, konnten also keine Unterstützung einkaufen. Gleichzeitig waren wir noch immer zu klein, weil wir vier Journalistinnen waren, aber niemanden im Team hatten, der PR oder Marketing gemacht hätte, um uns größer zu machen. Wir hatten zu wenig Diversity im Team, deshalb konnten wir am Ende nicht gegensteuern. Zum Jahreswechsel beendeten wir das Projekt deshalb.

Zu wenig Vielfalt

Inga identifizierte die Probleme des Projekts sehr eindeutig in der mangelnden Vielfalt im Team. Und nach unterschiedlichen Quellen scheitern 60-70% der Startups an Problemen im Team. Die am häufigsten angegebene Gründe sind dabei Verantwortungsüberschneidungen und falsche Kommunikation. Der Leiter der Berlin Start-Up Academy, Christoph Räthke erklärt, dass bei vielen Gründerteams irgendwann der Punkt käme, an dem sie sich nicht mehr verstünden oder andere Ziele hätten.

Die Geschäftsidee von BizzMiss klingt dabei ja zunächst vielversprechend. Dass sie dennoch scheiterte, sagt erstmal nichts über die Qualität der Idee aus. Mischa Wetzel von der Investitionsbank Berlin erklärt im Tagesspiegel, dass Misserfolg oft nicht an den Gründern liegt. Mal verändere sich der Markt zu schnell, oder es tauchen unerwartet erfolgreiche Wettbewerber auf. „Viel ist auch einfach Glückssache.“

Dass eine gute Geschäftsidee alleine nicht ausreicht, können unzählige Gründer bestätigen, die kreative, problemlösende und dennoch erfolglose Projekte an den Start gebracht haben. Man denke nur an StudiVZ, das durch den Social-Media-Hype um MySpace und Facebook verdrängt wurde. Oder das simple, charmante und wirklich nützliche Projekt der App Addawish, ein Portal, das gemeinsames Schenken vereinfachen sollte. Und das ist natürlich nur ein kleines Einzelbeispiel von vielen.

Wenn die Konkurrenz zu stark ist

Antje wollte einen Verlag allein auf der Basis wissensvermittelnder Sachhörbücher betreiben. Nun ist aber, wie wir alle wissen, das Tonträgergeschäft weitestgehend tot.

„Auch das Downloadgeschäft ist für uns nicht rentabel, weil der Monopolist - die Amazon-Tochter audible - mit 90 % Anteilen am Gesamtmarkt die Konditionen und Rahmenbedingungen diktiert. Einige Verlage erwägen derzeit kartellrechtliche Schritte gegen audible, da durch Knebelverträge und Flatrate-Modelle die Erlöse der Autoren, Produzenten und Verlage unterirdisch niedrig sind. Der Consumer-Markt mit Hörbuch- bzw. Audioproduktionen - egal ob als Tonträger oder als Downloads - ist für uns als Geschäftsmodell nicht länger tragfähig. Wir sind einerseits an den Marktbedingungen gescheitert, wollten andererseits aber auch unsere hohen Qualitätsmaßstäbe nicht aufgeben, das heißt billiger zu produzieren stellt für uns keine Alternative dar.

Der Mainstream-Markt

Antje hat ein Problem, auf das sie keinen Einfluss hat. Ihre Konkurrenz ist so stark, dass sie auf dem Markt mit ihrem Produkt nicht bestehen kann. Jeder Online-Shop-Betreiber kennt die Omnipräsenz von Amazon; lange Zeit war auch der Telefonmarkt durch Telekom dominiert. Wenn man weiß, dass Amazon alleine etwa dreißig Prozent des Umsatzes der 100 größten E-Commerce-Unternehmen in Deutschland macht, der bekommt eine Vorstellung davon, wie schwierig es ist, sich gegen derartige Platzhirsche zu behaupten. Es gibt natürlich Nischenprodukte, die am Mainstream-Markt nicht bedient werden, doch selbst dann bleibt ein unternehmerisches Risiko bestehen.

Fazit: Es geht eben nicht immer nur nach oben

Man sieht, nicht nur die Definitionen von Scheitern klaffen auseinander. Jede Story eines gescheiterten Projekts, Unternehmens oder einer Idee ist individuell. Oft liegt es an Dingen wie Finanzierung, Problemen im Team oder äußeren Faktoren. Doch es gehört auch einfach ein Quäntchen Glück dazu; der richtige Riecher, die passende Persönlichkeit. Jedenfalls ist Scheitern nichts, wofür man sich schämen muss. Es ist schmerzhaft, manchmal teuer und kränkend, aber es gehört einfach zum Leben dazu.

Während dieser Erfahrung kann Rückhalt und Rückversicherung aus dem privaten und geschäftlichen Umfeld enorm stabilisierend wirken und helfen, die erste Zeit zu überstehen. Und es ist immer gut zu wissen, dass man nicht alleine ist, auch und gerade mit dem Scheitern. Gründen ist ein Prozess, der selten schon beim ersten Anlauf klappt – und es gibt allen Grund, auf den Versuch alleine schon stolz zu sein.

Jetzt seid ihr an der Reihe!

Wir möchten gern eine Diskussion anstoßen: Was denkt ihr über das Scheitern in der Online-Welt? Habt ihr Ähnliches erlebt? Wir würden gerne davon hören! Schreibt uns in den Kommentaren, oder beispielsweise auf eurem eigenen Blog. Wir verlinken hier gerne eure individuellen Geschichten und hoffen langfristig dazu beizutragen, ehrlich und ohne Stigmas und Tabus auch über das Scheitern sprechen zu können.

An dieser Stelle wollen wir uns noch einmal bei unseren fünf Gesprächspartner*innen bedanken, tausend Dank für euren Input.

Team Frauenpower im Grünen

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