Der Ruf der Freiheit
Die DNX 2015 in Berlin

Nachdem wir uns in dem Artikel Digitales Nomadentum als Vision: Wo geht die Reise hin? auch mit den Schattenseiten des Lifestyles auseinandergesetzt haben, freuen wir uns jetzt ganz besonders über diesen Gastartikel, der sich auf die Community hinter der Bewegung fokussiert: Sonja von Sauerkrautdesign erzählt von ihrem Wochenende bei der DNX, der ersten Konferenz zu den Themen ortsunabhängiges Arbeiten und Online-Selbstständigkeit.

Zu Reisen, andere Länder zu entdecken und deren Menschen kennenzulernen davon träumen Viele. Aber nicht jede*r sieht für sich die Möglichkeit diese Träume umzusetzen. Dabei bietet die digitalisierte Welt von heute Strukturen für einen neuen Lifestyle, den immer mehr Menschen für sich entdecken: Das ortsunabhängige Arbeiten. Leben und Arbeiten wann und wo man will. Die Freiheit ruft…

Zwei digitale Nomaden, Marcus & Felicia haben es sich zur Aufgabe gemacht diese Idee weiterzutragen, andere zu inspirieren und Gleichgesinnte zu verbinden. Mit der DNX – Der Konferenz für digitale Nomaden, ist das meiner Ansicht nach hervorragend gelungen.

Von Helden für Helden

Ein Tag Workshops – ein Tag Vorträge. Dazu ein Rahmenprogramm, dass nicht nur Sinn, sondern auch Spaß macht und das Ganze in eine lockere Atmosphäre packt.
So fing es bereits Donnerstag Abend an im schönen Kino in den Hackeschen Höfen mit dem selbstgedrehten Dokufilm: Pedal the world. Hierin fährt Felix Stark mit dem Fahrrad um die Welt und lässt uns daran teilhaben. Die Lust auf’s Reisen ist geweckt.

Am Abend gab es dann noch zwei herrliche Mini-Workshops des Rahmenprogramms. Das Superhelden Training von Jörn Hendrik zeigt Dir in einer Stunde, welcher Unternehmertyp Du bist und wo Deine Stärken liegen. Kämpfernatur oder Weltretter? Macher oder Entrepreneur? Erst kurz interviewen lassen vom Gegenüber und dann ein bisschen basteln mit Schere und Papier und schon ist ein neuer Superheld geboren. ;) Danke Jörn.
Danach noch schnell ein wenig Speed Dating … ach nee, Speed Networking heißt es … aber das Prinzip ist das Gleiche. Treffe in 30 Minuten elf Leute und guck mal, ob sie genauso interessant sind, wie sie aussehen. Nachdem Du dann fünf­mal Deine Geschichte erzählt hast, verändert sich diese schon leicht … nach dem siebten Mal gibst Du nur noch unverständliche Laute von Dir – oder Du hast Glück und Dein Gegenüber hat noch ein bisschen Luft – lustig war’s.

Am Samstag dann das Main Event. Im Babylon Kino in Berlin Mitte. 17 Redner und 450 Interessierte, die alle sehr entspannt auf mich wirkten.

Nachdem sich die Organisatoren Marcus und Feli kurz vorgestellt haben gab es diesen Intro-Film zu sehen:

… was für ein Intro. Also wer jetzt nicht inspiriert ist. :)

9 Stunden

Dann gab es neun Stunden intensives Zuhören. Was zum Schluss ganz schön anstrengend war – eben weil man keine Sekunde verpassen wollte.

Sebastian Canaves zeigt uns die wichtigsten Eigenschaften, die man als Digitaler Nomade haben sollte wie z.B. Selbstvertrauen, Risikobereitschaft und Durchhaltevermögen, Conni ergänzt diese durch Ihre drei Gebote Personal Branding, Innovation und ganzheitliches Denken. FastBill-Gründer Christian Häfner betont, dass man vor allem nicht warten soll und Tim wirft u.a. die Frage auf wie man Dienstleistungen in ein Produkt verwandeln kann, dass sich automatisieren lässt. Schön zu sehen war auch Thomas Alboth, der mit seiner ganzen Familie die Welt bereist und zeigt, dass Kinder kein Hindernis, sondern eine Bereicherung sind. Dies sind nur einige der vielen Erfahrungen und Geschichten, die die Redner mit uns geteilt haben. Des Weiteren standen die Themen Crowdfunding und Social Media auf dem Programm.

Besonders gut hat mir allerdings Ehrenfried gefallen. Ehrenfried Conta Gromberg – allein der Name weist doch schon darauf hin, dass hier etwas Besonderes kommt. ;) Mit seinen Smart Business Concepts liefert er ganz klare Schritte für ein erfolgreiches Business. Welcher Expertentyp bist Du, welche Geschäftsmodelle gibt es und welches passt zu Dir? Sowie nachvollziehbare Strategien zur Produktpositionierung und Preisgestaltung. Wir haben viel gelernt … und Ehrenfried – Dich behalte ich im Auge…

Nach dieser Informationsflut und der Jetzt-könnt-Ihr-Fragen-Stellen-Schlussrunde brauchte ich eine kleine Pause. Auf die Party in der Neuen Heimat ging ich dann auch relativ spät. Es waren noch genügend angehende Digitalnomaden anwesend und das fröhlich lockere Netzwerken ging weiter.

Am Sonntag gab es noch eine Fahrradtour, auf die ich als alteingesessene Berlinerin verzichtete.

Fazit

Dies war meine erste DNX und meine Erwartungen wurden voll erfüllt. Ich war vor allem auf der Suche nach Inspiration, aber auch konkrete Tips zur Umsetzung von Geschäftsideen sollten nicht fehlen. Es gab jede Menge interessante Geschichten und Vorträge und die Möglichkeit sich zu vernetzen. Ich habe neuen Input erhalten von Experten und Motivation, meine Ideen umzusetzen. Egal, ob man reisen will oder einfach nur ein digitales Business aufbauen will – ich kann die DNX sehr empfehlen.
Besser als jedes Start-Up Meeting!


Über Sonja

Sonja arbeitet selbständig als Grafik-, Web- und UX/UI Designerin sowie Teilzeit in einer App-Entwicklungsagentur in Berlin. Sie hat in Amsterdam und Lyon gelebt, mag französische Filme und gutes Essen.