Immer mehr Menschen entdecken das Arbeiten auf Reisen für sich und wollen weg von verkrusteten Arbeitsstrukturen, hin zu mehr Flexibilität und Work-Life-Balance. Mittlerweile hat sich eine ganze Community gebildet, die sich über die Herausforderungen des digitalen Nomadentums austauscht.

Welche Visionen stehen hinter dem neuen Lebensstil und wie kann er mehr sein als nur ein purer Selbstverwirklichungstrip? Wir haben 9 Travel-Blogger*innen und Freelancer zu ihren Erfahrungen befragt. Mit einer Reihe von konkreten Ideen im zweiten Teil des Artikels wollen wir gern eine offene Diskussion anstoßen – denn eine Bewegung ist, was wir draus machen!

Vorweg gesagt: Als Digital Nomads bezeichnen wir in diesem Artikel alle, die ortsunabhängig digital arbeiten. Das tun wir selbst und sind ausgesprochen glücklich damit. Wir arbeiten in unterschiedlichen Ländern und finden es großartig, überall auf der Welt unserem Job nachgehen zu können. Im Zuge des schnellen Wachstums der Bewegung finden wir es jedoch auch spannend und wichtig, Themen selbstkritisch aufzugreifen, die über persönliche Selbstverwirklichung und Freiheit hinausgehen.

Wie können wir digitales Nomadentum so leben, dass es nicht nur uns glücklich macht, sondern auch die, die rund um die Welt mit uns zu tun haben?

Wir haben uns selbst ein paar Gedanken dazu gemacht, aber auch Online-Entrepreneure, Travel-Blogger*innen und andere aus dem Digital-Nomad-Umfeld zu ihren Visionen und Ideen befragt:

Anja, Webdesignerin & Bloggerin bei ihrem Freizeitprojekt Wilma in der Wurmkiste .

„Für mich spielt die Art und Weise zu reisen eine zentrale Rolle: die Fortbewegung, der Umgang mit den Ressourcen vor Ort, die Unterkunft. Es muss nicht immer einmal um die Welt gehen, um von dort aus zu arbeiten. Mein persönlicher „Luxus“ ist das Bulli-Fahren – auf wenig Raum alles dabei haben, was man braucht und dort halten, wo es schön ist.
Von allem etwas weniger ist schon mal etwas wert – weniger fliegen, weniger Besitz (und Gepäck), mehr leben. Meine Vision: Dass sich heutige Arbeitsmodelle von 9 to 5 wegentwickeln und das Nomadentum mehr Leuten zugänglich ist. Um mehr vom Leben zu haben. Hierfür muss es auch eine stärkere Vernetzung untereinander geben.“

Fee, Bloggerin bei Reallygigroadtrip & Befürworterin von Technologie-Pausen

Foto: Fee Plumley unter CC 2.0

„The reach that nomads (digital or otherwise) can have is enormous, but with that reach I think comes responsibility. If you’re just flitting around taking what you can and giving nothing back you’re missing the point. If you allow your vulnerability to connect you with others then something magical can happen.
I try to find like-minded communities wherever I go, help out on community gardens or dig out hackerspaces, to get involved locally even if only for short periods. I’m increasingly working with more activist causes, challenging the status quo through creativity.
It’s not for me to tell anyone else how to do that, or what priorities they should choose, but if my strange lifestyle choice can provoke dialogue then I’m doing something right!“

Matthias, organisiert u.a. Coworking Camp (temporäre Coworking-Spaces). 

Foto: Coworking Salzburg / Romy Sigl

„Während Konzerne schon lange weltweit nach den besten Rahmenbedingungen suchen, wird vielen von uns erst jetzt klar, dass man auch als Startup oder Freelancer die Wahl hat, dort zu leben und zu arbeiten, wo es einem am meisten Spaß macht und so Standortvorteile für sich persönlich nutzen kann.
Dadurch ergeben sich viele Möglichkeiten, aber auch einige Herausforderungen. Ein Thema ist das fehlende berufliche und soziale Netzwerk beim ortsunabhängigem Arbeiten. Coworking Spaces und Startup Events bieten auch die Möglichkeit, recht einfach mit der lokalen Community in Kontakt zu kommen. Andere zu inspirieren und ihnen kleine Hilfestellungen zu geben, kann einen großen Unterschied machen. Digitales Nomadentum ist die andere Seite von Globalisierung der Arbeitswelt.“

Digitales Nomadentum & Privilegien

Positives Denken schön und gut, aber man kommt nicht drum rum: Manchmal ist das Leben wahrhaftig kein Ponyhof. Und das trifft für manche mehr zu als für andere – erst recht im globalen Kontext.

Nicht wenige müssen schon als Kinder arbeiten, andere sind aufgrund einer Behinderung oder Krankheit vom gesellschaftlichen Leben weitestgehend ausgeschlossen, wieder andere werden aufgrund ihrer sexuellen Orientierung in ihrem Land verfolgt.

Worauf wir hier hinaus wollen, sind Privilegien.

„Privilegien“ ist kein besonders cooles Wort – und umso mehr wir davon haben, umso weniger fallen sie uns vielleicht auf. Auch als Digital Nomad leben und arbeiten zu können, ist ein solches Privileg. Hierbei gibt es auch ein paar strukturelle Auffälligkeiten:

Egal ob in Chiang Mai, Berlin oder Puerto Viejo, meist sind zumindest selbst definierte digitale Nomad*innen weiß, viele haben einen Uni-Abschluss und fast alle kommen aus so genannten „westlichen“ Ländern. Faktoren wie Schulbildung, Nationalität und Sprachkenntnisse spielen also augenscheinlich eine Rolle für die Umsetzung dieses Lebensentwurfs.

Reality Check: Wer kann überhaupt Digital Nomad werden?

Ohne einen Internetzugang kann man sowieso nicht „digital“ arbeiten - hier fallen also schon mal fast zwei Drittel (!) der Menschheit raus. Aber was braucht man noch so, um als Digital Nomad seinen Lebensunterhalt verdienen zu können?

Pass

Digitales Nomadentum ist meist eine Einbahnstraße: In den meisten Digital-Nomad-Hotspots leben primär Menschen, die selbst nicht durch die Welt tingeln können, da sie nicht den richtigen Pass haben. Als Halter*in eines Passes aus Regionen wie Europa, Nordamerika oder Ländern wie Japan und Australien hat man visafreien Zugang zu durchschnittlich etwa 150 Ländern, während Menschen aus Ländern wie Afghanistan, Irak, Pakistan, Somalia, Nord-Korea, Angola, Iran, Sudan und Syrien nur zwischen 28 und 41 Länder visafrei besuchen können. Visa-Formalitäten sind oft nicht nur mit großen bürokratischen Anstrengungen verbunden, sondern erfordern meist auch erhebliche finanzielle Ressourcen. In Costa Rica zum Beispiel müssen Anwärter*innen allein für den Antrag für ein US-amerikanisches Visum je nach Visumsart zwischen 160 USD und 240 USD bezahlen, bei einem durchschnittlichen Verdienst von ca. 600 USD – und nach wie vor wird ein Großteil dieser Anträge abgelehnt.

Cash

Mal eben mit einem One-Way-Ticket ins Blaue zu reisen, ist für die meisten Menschen also niemals drin. Und trotzdem teilen auch dort viele Leute diese Träume und sind nicht unbedingt immer „glücklich mit dem, was sie haben“, auch wenn viele von uns die Ausflüge ins „einfache Leben“ so sehr genießen. Wer 10 USD oder weniger am Tag verdient, kann sich weder die Auslandskrankenversicherung leisten, noch die Fahrt zum Flughafen, geschweige denn den Flug selbst.

Oder in den Worten von Keziyah Lewis:

Budget travel writers may have worked hard to get where they are, but just like me, they’re also lucky. Ignoring this, and the financial circumstances that prevent people from seeing the world, is simply classist.“

Wissen

Ohne grundlegende (Schul-)Bildung wird es auch als Digital Nomad schwierig, denn Lesen und Schreiben sind neben Sprachkenntnissen nun mal Grundvoraussetzung für das Arbeiten im Internet. Außerdem braucht man natürlich in irgendeiner Form digitales Wissen (z.b. zu WordPress und Online-Marketing) oder eben den nötigen finanziellen Rückhalt, um sich dieses anzueignen. Aus Erfahrungen lernt man, aber diese kosten nun mal Geld – und/oder Zeit.

Zeit

Online in kurzer Zeit zum Millionär – das funktioniert leider nur in den seltensten Fällen (merke: „Beim Goldrausch werden oft die am reichsten, die die Schaufeln verkaufen“). Ein erfolgreiches Online-Business kann man nicht mal eben so an einem Tag aufbauen, und neben wahnsinnig viel Arbeit gehört vielleicht auch eine Portion Glück dazu. Aber nicht jede*r kann es sich leisten, unbezahlte Arbeitszeit in den Business-Aufbau zu investieren, wenn man z.B. für andere Menschen sorgen muss. Ohne finanziellen Rückhalt und Support ist auch das Risiko des Scheiterns ein wesentlich größeres – und Scheitern gehört auch beim Online-Business dazu.

Tobias, Blogger bei Humaninvestors (aktuell nicht mehr online) & „2.0 Auswanderer

„Fairness bedeutet anständiges Verhalten sowie eine gerechte und ehrliche Haltung gegenüber anderen Menschen“ (Wikipedia) – das bedeutet für mich nichts anderes als, dass ich niemandem direkt oder indirekt durch meine Handlungen schade.
Es bedeutet auch, dass jemand ohne menschengemachte Konsequenzen befürchten zu müssen, zu einer bestimmten Option „Nein“ sagen kann. Damit hätte ich auch gleich noch individuelle Freiheit definiert. Solange digitale Nomaden bei ihren Geschäften den Kunden oder Zulieferer (Freelancer) als gleichwertigen Partner behandeln, sehe ich eigentlich keinen Handlungsbedarf wegen Fairness. Ich finde eher gut, dass durch das eher globale Handeln der digitalen Nomaden der Handel in den jeweiligen Ländern mit den Menschen und Märkten vor Ort gefördert werden kann. Das dürfte im Tourismusbereich, Gastronomie und im Dienstleistungsbereich der Fall sein.“

Ben, Blogger bei Anti-Uni.com & digitaler Nomade (wenn auch zur Zeit primär in Deutschland und eigentlich nur mit der Bahn unterwegs)

„Ich muss zugeben, dass ich derzeit etwas desillusioniert bin von der Digitalen Nomaden Szene. Ja, persönliche Freiheit ist großartig. Aber mir persönlich bleibt dabei der Aspekt der sozialen Verantwortung, des Gemeinschaftsbewusstseins und des gemeinsam wirklich etwas verändern wollen etwas zu kurz.
Mir ist wichtig, wirklich etwas zu bewegen und mit einem sinnvollen Projekt einen Unterschied zu machen. Ich würde mir wünschen, dass wir ein wenig wegkommen von Freiheits-Ego-Trips, wenn ich das mal so polarisierend sagen darf.

Wie Georg von Soulbottle das so schön bei einem Vortrag in Berlin gesagt hat: „Wenn ich am Ende meines Lebens zurückschaue, dann würde ich mir wünschen sagen zu können, dass ich nicht nur frei war, sondern dass ich wirklich etwas Sinnvolles beigetragen habe.“ Sinnvoll ist dabei für mich nach meiner aktuellen Definition (die ich weiter fleißig reflektiere) alles, was uns hilft eine neue Bewusstseinsebene zu erreichen oder was ein Stück weit zum Erhalt unseres Planeten beiträgt.“

Mandy, Bloggerin, Webdesignerin und Teilzeit-Nomadin

„Ich bin eine Anhängerin des Slow Travelings - mir kommt es weniger darauf an, so viel wie möglich von der Welt zu sehen. Vielmehr will ich gerne bewusst, mit mehr Zeit im „Gepäck“ reisen und Länder für längere Zeit bereisen. Denn nur so lerne ich ein Land wirklich kennen.
Gleichzeitig kann ich ressourcenschonend reisen – muss nicht immer den Flieger nehmen, sondern kann auch per Zug oder Bus unterwegs sein. Die Digitale-Nomaden-Bewegung an sich finde ich klasse und wünsche mir, dass noch viel mehr Menschen davon erfahren. Nicht jeder muss unbedingt zum Nomaden werden. Vielmehr finde ich, die Basis des Nomadentums – die Unabhängigkeit und die bewusste Entscheidung, seinen eigenen Weg zu gehen – das sollten sich viel mehr Menschen trauen.“

Digitales Nomadentum sozial & fair – wie geht das?

Digitales Nomadentum ist ein tolles Selbstverwirklichungskonzept. Aber wie kann es mehr sein als eine Art hipper Post-Kolonialismus, nämlich andere Lebensrealitäten mitdenken und vielleicht auch Menschen außerhalb der eigenen Community supporten? Unsere ganz persönliche Vision vom digitalem Nomadentum ist eine des „schönen Lebens“, und zwar für möglichst viele.

Natürlich will nicht jeder Digital Nomad werden, aber wer träumt nicht von einer Arbeit, die einem Spaß macht, gut bezahlt ist und einem eine gewisse örtliche und zeitliche Flexibilität bietet? Wir, die diesem Traum teilweise schon ziemlich nahe kommen, sollten deshalb vielleicht auch öfters an die Leute denken, die davon noch ganz weit entfernt sind. 

Ein paar erste Ideen, auch inspiriert von den Menschen, die hier im Artikel außer uns zu Wort gekommen sind:

Slow down

Auch wenn viele von uns darauf brennen, ständig neue Orte zu erkunden: Klimawandel is real und hat reale Auswirkungen auf andere Menschen. Dies sollten auch Travel-Blogger*innen im Hinterkopf behalten, wenn sie andere zumindest indirekt zum (mehr) Fliegen motivieren: also vielleicht hier und da auch die Konsequenzen des Vielreisens erwähnen und womöglich alternative Reisemöglichkeiten mit geringerem Umwelt-Impact aufzeigen. Wenn sich Fliegen nicht vermeiden lässt, kann man – als „zweitbeste Lösung“ (so Dietrich Brockhagen von atmosfair) – die Klimagase der Flugreise mit atmosfair kompensieren. Slow Travel bedeutet übrigens nicht nur weniger CO2-Emission, sondern auch die Möglichkeit, die besuchte Region und die Menschen vor Ort samt ihrer Lebensrealitäten besser kennenzulernen.

Tim, schreibt für seinen Hauptprojekt www.earthcity.de zum Thema „ortsunabhängiges Arbeiten“

„Das Thema Vielfliegerei ist ein zentraler Punkt. Reisebewegungen dürfen nicht zum „Wegwerfprodukt“ werden. Wir benutzen Jutebeutel statt Plastiktüten und fliegen 20 Mal im Jahr? Schwierig.
Mein Ziel: Weniger Reisebewegungen. Mehr mit dem Ort verschmelzen. Den Menschen etwas zurückgeben. Sich zu bemühen, weniger zu fliegen. Ich bin gerade dabei, das für mich zu implementieren. Zukünftig will ich mich einfach nur noch zwischen 2-3 festen „Homebases“ bewegen und auch nicht immer hin und her hüpfen.
Ich hoffe, dass sich mehr Menschen die Frage stellen, warum sie dort sind, wo sie gerade sind, und ob sie dort nicht einfach ein wenig länger bleiben können, anstatt gleich wieder weiter zu ziehen. Ich bin für mehr Multilokalität als für vollkommene Ortsunabhängigkeit im Sinne des Dauerreisenden. Mal ein Jahr in X, ein Jahr in Y. Nicht an 12 Orten in 12 Monaten.“

„Raus aus der comfort zone“ mal andersrum

Eben weil es für viele Menschen nicht so einfach ist, andere Länder mal eben so zu besuchen, auch mal jemanden aus einem weniger priveligiertem Land Zugang nach Europa verschaffen, zum Beispiel mit einer Einladung, die solche Menschen der deutschen Einwanderungsbehörde vorlegen können. Zum Beispiel als speaker für ein Event. Oder mit dem digitalnomadisch eingespartem Geld einen Flug für jemanden finanzieren. Das erfordert, dass man sich über die gesetzlichen Bestimmungen kundig macht und sich vielleicht auch mit Behörden auseinandersetzt.

Heather, schreibt für ihren Familien-Reiseblog globetrottingmama.com

Foto: © CL Buchanan Photography

„Many of us are traveling to poorer countries than our native lands and the ability to bring those stories home and share them with our readers who are in a position to help financially or physically is a huge one. You can raise money for a cause you believe in or lobby a government to help.
In 2011, my husband and our two kids (then 6 and 8) traveled to 29 countries on six continents on a yearlong trip. Currently my largest audience are of parents who, like me, want to help their children to become global citizens who are compassionate and active in making the world a better place. For me, that means traveling and sharing the stories from those travels in as many mediums as possible. I am proud that for many, my stories might inspire them to learn more about another part of the world or work to make a difference.“

Faires Zusammenarbeiten statt Charity

Digital Nomads entscheiden sich für Selbstbestimmung im Privat- und Arbeitsleben, weil sie nicht ein Leben lang unter semi-idealen Bedingungen für andere Leute schuften wollen. Leider gerät das oft zu schnell in Vergessenheit, sobald Leute selbst ein erfolgreiches Business haben und andere Menschen anstellen oder Aufgaben outsourcen müssen. Die vorherrschende 9-to-5-Mentality anzugreifen ist einfach. Sobald wir aber selbst im kleinen Rahmen die Möglichkeit haben, bessere Arbeitsbedingungen für andere zu schaffen, tun wir uns dann oft doch ein bisschen schwerer damit. Charity- und Spendenaktionen sind nette Gesten von Entrepreneurs und Start-ups, noch besser sind aber wirklich faire Gehälter und flexible Arbeitsbedingungen, die es auch anderen ermöglichen, ihren Träumen näher zu kommen.

Tim, schreibt für seinen Hauptprojekt www.earthcity.de zum Thema „ortsunabhängiges Arbeiten“ 

„Wenn man als digitaler Nomade häufig auch outsourced und sich Währungsunterschiede zu nutze macht, sollte man sich seiner Verantwortung dabei unbedingt bewusst sein und entsprechend handeln.
Hinzu kommt, dass man als digitaler Nomade sehr privilegiert ist und mitunter in Ländern weilt, wo die Menschen, die dort leben, niemals einen solchen Lebensstil führen könnten, allein schon wegen ihrer geringen Chancen auf Auslandsvisa.“

Minimalismus a.k.a. weniger besitzen und weniger konsumieren

Das fühlt sich auch einfach ziemlich gut an. Wenns nachhaltig sein, sollte minimalistisch mit Handgepäck zu reisen aber nicht bedeuten, das man sich jedes Mal vor Ort alles mögliche nachkauft. Stichwort ist hier auch der sogenannte Rebound-Effekt: Ein ökologischer und bewusster Umgang mit Ressourcen wie Wasser, Strom und Rohstoffen ist wichtig und lobenswert, wenn das eingesparte Geld dann aber genutzt wird, um beispielsweise einen extra Flug zu kaufen, wird die positive Auswirkung davon auch schnell wieder aufgehoben.

Anja, Webdesignerin & Bloggerin bei ihrem Freizeitprojekt Wilma in der Wurmkiste

„Unterwegs versuche ich genauso umweltbewusst zu leben wie zuhause: Zum Beispiel im Umgang mit Müll. In vielen Ländern werden die Tüten in Supermarkt sehr schnell gezückt und dann nur 3 Teile hinein gepackt. Das vermeide ich mit Stoffbeuteln.
Durch das Einkaufen von regionalen oder selbst hergestellten Lebensmitteln auf Märkten lässt sich wunderbar die Bevölkerung unterstützen. So schmeckt es doppelt gut. Denn oft sind die Menschen vor Ort von den Einnahmen abhängig, vor allem außerhalb der typischen Urlaubsorte.“

Support your Locals

Auf Reisen lokale Strukturen und faire Arbeitsbedingungen unterstützen! Das heisst vielleicht auch, nicht immer um jeden Preis zu feilschen: Wenn der Straßenverkäufer in Thailand einem Local seine Ware halb so teuer verkauft wie uns, sollte man nicht vergessen, dass die Leute vor Ort (und der Straßenverkäufer) wahrscheinlich auch nur ein Zehntel oder Hundertstel von dem verdienen, was wir zur Verfügung haben. Parallelwirtschaften sind in touristischen Gebieten oft die einzige Möglichkeit für Einheimische, dort zu leben, wo andere Urlaub machen.

Nacho, Gründer des Coworking-Spaces CoworkingC in Gran Canaria

„I came across the DN movement when we opened our coworking space in Las Palmas. We realized that the movement had a lot to offer to our local community and to our coworkers, which is why we have focused our efforts to attract more DNs to Gran Canaria.
Building strong relationships with like-minded people from different parts of the world is priceless. My own personal opinion, regarding the DN community, is that I hope they take their experience in a slow way, otherwise it will become another product they consume and the whole movement will lose sense. Each location is different, but in our Las Palmas it will take some time to really get to know people, and there are plenty of things to do to allow you to spend some time in the location. In order to respect the people you meet locally, DN’s should not book their next ticket before arriving at a new location. How much effort do you make to get to know somebody that you know is leaving in 10 days?“

Fee, Bloggerin bei Reallygigroadtrip & Befürworterin von Technologie-Pausen

Foto: Fee Plumley  unter  CC 2.0

„My transition into #buslife over the last few years has given me the opportunity to do some reflection. It’s been both an access point to true freedom (no ‚proper job’/mortgage/kids/reason to be or not be anywhere) but has equally made me much more vulnerable.
I don’t own land so I don’t have a safe space to call ‚home‘. But the act of ninja-parking (pretending I don’t really live in my bus) out on streets and in car parks in different cities or remote country towns inevitably connects me to people I would never have met otherwise, seeing the world through eyes I would never have accessed if I had flown past overhead. These random conversations with strangers make me feel so much more connected to the diversity of the world than I ever did when I lived in an apartment and worked in an office.“


So viel zu unseren Ideen und Visionen, die natürlich nicht als „fertige“ Ergebnisse gemeint sind! Großer Dank gebührt vor allen anderen denen, die mit ihrem Input dazu beigetragen haben, dass dieser erste Anstoß für eine Diskussion entstehen konnte.
Danke Anja, Ben, Fee, Heather, Mandy, Matthias, Nacho, Tim und Tobi!

Also was meint ihr? Geht es euch ähnlich oder seid ihr vielleicht ganz anderer Meinung? Wir würden uns über Feedback, Vorschläge und Gedanken freuen. Wohin geht die Reise eurer Ansicht nach?