Du startest Deinen Blog, stellst gerade Dein erstes Startup auf die Beine oder willst Deine Produkte oder Dienstleistungen online an Mann – oder Frau – bringen. Aber hast Du Dir eigentlich schon mal tiefergehende Gedanken dazu gemacht, welche Nische Du bedienst und welches konkrete Problem Deiner Kunden Du löst?

Als Unternehmer solltest Du Dich unbedingt damit auseinandersetzen, denn sonst droht Deinem Projekt ein schnelles Aus. Wir geben Tipps zum Thema “Nische finden” und was das mit Kundennutzen und Alleinstellungsmerkmal zu tun hat. Plus: Für alle Einsteiger gibt’s eine Definition der wichtigsten Begriffe.

Da stehst Du also, bist frischgebackene*r Unternehmer*in mit einem Angebot, auf das Du mächtig stolz bist. Bald werden Dir Deine Kund*innen die Türen einrennen und dir dein Produkt oder deine Dienstleistung nur so aus den Händen reißen…

Das wirkt eher wie ein weit entfernter Wunschtraum als wie nahe Realität für Dich?

Dann gehen wir heute auf ein extrem wichtiges Thema für Dich ein: Auf das Problem Deines zukünftigen Kunden. Wenn Du unsere 5-Schritte-Strategie für Deine erfolgreiche Positionierung als Problemlöser durcharbeitest, bist Du anschließend ein großes Stück weiter, versprochen!

Dein Kunde hat ein Problem – finde es!

Das hört sich erst mal blöd an, aber es wäre sehr schade für Dich, wenn es anders wäre. Denn jedes erfolgreiche Business löst (mindestens) ein Problem seiner Kunden. Ein Problem in diesem Sinne kann durchaus auch ein „Wunsch nach“ etwas sein, was wir in unserer Alltagssprache nicht als Problem bezeichnen würden.

Ein paar Beispiele gefällig?

Kannst Du haben: Das Kino hat eine Lösung für unseren Wunsch nach Unterhaltung, die Reinigungskraft für unseren Wunsch nach einer sauberen Wohnung bei gleichzeitiger Putz-Unlust, Arzt und Apotheke lösen – im besten Fall – gesundheitliche Probleme, der Supermarkt bietet uns eine Lösung für unseren Nahrungsmittelbedarf, und so weiter und so fort.

All unser Konsum – egal, ob von Produkten oder Dienstleistungen – dient also im weitesten Sinn der Lösung irgendeines Problems.

Deswegen ist es entscheidend für Deinen Erfolg, dass Dein Produkt oder Deine Dienstleistung ein Problem löst. Ein Problem, das ausreichend viele Menschen – Deine potentiellen Kunden – haben und gelöst haben möchten. Das gilt für absolut jedes Angebot, das Du als Business (und nicht als Hobby) betreibst – online oder offline.

Egal ob Nagelstudio, Onlinekurs, Hundeschule, Fashion-Blog, was auch immer. Es gilt.

Schritt 1: Bist du überhaupt ein Problemlöser?

Bevor Du also beginnst, ordentlich die Werbetrommel für Dein Angebot zu rühren und die fantastischsten Online-Marketing-Kampagnen der Welt zu planen, prüfe kritisch, ob Du mit dem was Du anbietest, überhaupt ein Problem löst. Wenn Du dieses Problem selbst hast, kann das durchaus ein guter Ausgangspunkt für Dein Unternehmen sein.

Viele äußerst erfolgreiche Business-Ideen sind dadurch entstanden, dass jemand festgestellt hat: “Hey, ich habe dieses nervige Problem und ich finde einfach keine passende Lösung dafür. Das kann doch nicht sein …” – und dann selbst für eine Lösung gesorgt hat. Es ist jedoch wichtig, dass nicht nur Du selbst dieses Problem hast, sondern zusätzlich noch eine ausreichend große Menge anderer Menschen davon geplagt wird.

Frage Deinen klaren Menschenverstand und recherchiere Fakten: Gibt es dieses Problem, das Du lösen möchtest, tatsächlich?

Hegen überhaupt Menschen diesen Wunsch, den Du erfüllen kannst? Hast du selbst schon mal ein ähnliches Angebot in Anspruch genommen? Lösen viele deiner Mitbewerbern genau das selbe Probleme oder handelt es sich um eine Nische?

Definition: Nische

Eine “Nische” ist ein kleiner Teilmarkt des Gesamtmarktes, also ein Marktsegment, welches bewusst vom Gesamtmarkt abgegrenzt ist und von Wettbewerbern noch nicht oder nur unzureichend abgedeckt wird. Eine Marktnische ist im Idealfall also eine Marktlücke, diese bietet die besten Chancen für ein neues Produkt. Oftmals ist eine Marktnische für führende Unternehmen in dem Marktbereich uninteressant, da sie zum Beispiel zu klein oder zu speziell ist – und hier kommst du ins Spiel, für dich kann diese Marktnische nämlich trotzdem sehr rentabel sein. Vorteile hierbei sind zum Beispiel, dass du es mit keinem (oder nur wenigen) Mitbewerber aufnehmen muss und du deine Zielgruppe sehr gezielt ansprechen kannst.

Wenn Du zum Beispiel ein E-Book oder einen Blog zur spirituellen Persönlichkeitsentwicklung anbieten möchtest, solltest Du vorher herausfinden, ob Menschen überhaupt das Bedürfnis nach Persönlichkeitsentwicklung haben.

Das ist bei diesem speziellen Beispiel einfach – das Internet ist voll damit. Im nächsten Schritt gilt es zu prüfen, ob der Markt schon übersättigt ist oder Du Dich über Dein Alleinstellungsmerkmal trotzdem etablieren kann. Aber mehr zu deinem Alleinstellungsmerkmal später.

Keine Sorge:
Wenn Du zu dem Schluss kommst, dass Du noch nicht wirklich ein Problem löst, musst Du Dein Angebot deshalb nicht gleich in die Tonne werfen. Oft helfen leichte Modifikationen an Deinem Angebot oder die Fokussierung auf eine andere Zielgruppe.

Schritt 2: Was hat Dein Kunde von deiner Problemlösung? Schreibe den konkreten Kundennutzen auf.

Schreib Dir am besten ganz klar auf, auf welches Problem sich Dein Angebot fokussiert und welche Lösung Du dafür bietest.

Einmal in Worte gefasst, hast Du so den Kundennutzen Deines Produkts oder Deiner Dienstleistung schwarz auf weiß, was unglaublich hilfreich ist für alle weiteren strategischen Schritte in der Vermarktung Deines Angebots.

Definition: Kundennutzen

“Kundennutzen” ist der von einem Kunden mit dessen Kaufentscheidung tatsächlich wahrgenommene Nutzen im Bezug auf dein Produkt oder deine Dienstleistung. Gute Produkte erkennt man daran, dass sie den Wert aus Sicht der Kunden kommunizieren, sei es ideell oder finanziell. Der Kundennutzen Deines Projekts oder Startups sollte in Deiner Marketing-Strategie absolut im Zentrum stehen. Dies erfordert einige Empathie, denn hier sollte die Perspektive des Kunden gewählt werden. Um den tatsächlichen Kundennutzen zu ermitteln, kann es auch Sinn machen, mit Kunden-Interviews und Umfragen zu arbeiten.

Wir bleiben bei unserem Beispiel E-Book/Blog: Das Problem, um das Du Dich kümmerst, ist der Wunsch Deiner Kunden nach spiritueller Entwicklung. Du löst das Problem, indem Du mit Deinem E-Book oder Blog Wissen und Inspiration zur Verfügung stellst, mit dem Deine Kunden sich weiterentwickeln können, also im besten Fall glücklicher werden.

Um rauszubekommen, ob deine Lösung überhaupt angenommen wird, kann es auch helfen, ein wenig rumzufragen. Besser ist hierbei, nicht nur zu fragen, ob sich jemand potentiell für dein Angebot interessieren würde, sondern, ob er ein ähnliches Angebot bereits in Anspruch genommen hat (z.B. einen Online-Kurs gebucht hat) – denn Leute sagen (sei es bewusst oder unbewusst) gerne das, was du hören willst oder ihrem eigenen Idealbild entspricht.

Und das hat oft wenig mit der Realität zu tun; da ist ihr konkretes Handeln in der Vergangenheit deutlich aussagekräftiger.

Schritt 3: Warum sollte jemand ausgerechnet Dein Produkt kaufen oder deinen Blog lesen? Du musst Dein Alleinstellungsmerkmal in Deiner Nische finden.

Du weißt inzwischen also ziemlich genau, welches Problem Du auf welche Weise löst. Wenn Du ehrlich bist, wirst Du in den allermeisten Fällen feststellen: Das tun auch schon andere. Meistens wird es schon ein paar bis sehr viele Mitbewerber in Deiner Nische geben.

Wenn es die nicht gibt, solltest Du unbedingt nochmal überprüfen, ob Du tatsächlich ein Problem löst – komplett unbesetzte Nischen gibt es kaum noch. Eine solche kann ein Indiz dafür sein, dass Dein Problem und/oder Deine Lösung nicht funktionieren. Außer natürlich, es ist ein neues Problem und du bist ein Innovator, in diesem Fall: Gratulation!

Sehr wahrscheinlich gibt es also noch andere Menschen, die das anbieten, was Du anbietest. Das macht nichts, solange es mindestens ein Detail an Deinem Angebot gibt, das einzigartig ist – Dein Alleinstellungsmerkmal.

Definition: Alleinstellungsmerkmal (Unique Selling Point)

“Alleinstellungsmerkmal” oder “Unique Selling Point” bezeichnet die Charaktereigenschaft(en), die Dein Unternehmen deutlich von denen der anderen unterscheidet. Es ist also der einzigartige Mehrwert, den der Kunde von deinem Produkt gewinnt.

Um herauszufinden, was das bei Deinem Angebot sein könnte, solltest Du Dir ganz genau anschauen, was Deine Mitbewerber wie anbieten und Dich dann fragen, was Dein Angebot von ihren unterscheidet oder was Du vielleicht sogar besser machst als sie.

Dafür musst Du das Rad nicht neu erfinden. Es können kleinste Details sein, die Dein Angebot einzigartig machen. Manchmal kann sogar Deine eigene Geschichte dein Alleinstellungsmerkmal sein.

Du bietest heute die Lösung für ein Problem an, dass Du früher selber hattest und fast alle anderen Mitbewerber*innen kennen das nicht aus eigener Erfahrung? Du hast Dir Dein Wissen hart selbst erarbeitet und nicht in irgendeiner Schule oder Uni erlernt?

Bingo! Ein Top-Alleinstellungsmerkmal – und noch dazu ein super Thema für Dein Marketing.

Schritt 4: Nische finden reicht nicht – grenze deine Zielgruppe ein!

Du hast also eine einzigartige Lösung für ein klar definiertes Problem – im nächsten Schritt solltest Du Dich auf die Suche machen nach den Menschen, die dieses Problem haben und Deine Lösung brauchen: Deine Zielgruppe. Hierfür kann etwas Rechercheaufwand nötig werden, je nachdem, was Du anbietest.

Welche Art von Menschen haben das Problem, das Du lösen kannst? Wie alt sind sie? In welchen Lebensumständen befinden sie sich? Wo könntest Du sie treffen? Online? Offline?

Je besser Du Deine Zielgruppe kennst, desto leichter wird es später werden, sie mit Deiner Kommunikation zu erreichen!

Definition: Nischenwebsite

“Nischenwebsite” ist eine Website, die einem ganz klar abgesteckten Thema oder Produkt widmet und somit eine sehr klar definierte Zielgruppe hat. Die zentrale Absicht einer Nischenwebsite ist meist, durch sie ein passives Einkommen zu erzielen, also ein Produkt zu verkaufen, das nicht immer neu produziert werden muss (ein E-Book zum Beispiel).

Schritt 5: Entwickle ein Branding für Deine Marke und setze es konsistent auf Deinem Blog oder Deiner Website ein.

Du löst ein definitiv existierendes Problem und hast eine einzigartige, fantastische Lösung dafür parat? Na super, dann sollten Dir Deine Kunden inzwischen ja in Scharen hinterher laufen!
Tun sie immer noch nicht? Nun ja, vielleicht liegt es daran: Niemand kann hellsehen.

Denn es ist ganz egal, wie wunderbar Dein Angebot ist – wenn niemand davon erfährt, wird Dein Business vermutlich eher schleppend laufen. Und das möchte ja keiner.

Deswegen ist es genau jetzt – nachdem Du Dein Angebot strategisch auf Herz und Nieren geprüft hast – an der Zeit, die anfangs erwähnte Werbetrommel zu rühren.

Nun gilt es, Deinen Kundennutzen (was bringt Dein Angebot Deiner Zielperson?) und das Einzigartige an Deiner Lösung (Dein Alleinstellungsmerkmal) klar und deutlich unter Deiner Marke zu kommunizieren – und zwar in allem, was Du tust, machst, sagst oder schreibst.

Definition: Marke (Brand)

“Marke” oder “Brand” ist die Summe aller Vorstellungen, die ein Markenname oder ein Markenzeichen beim Kunden hervorrufen soll, um Dein Produkt oder Deine Dienstleistung von denjenigen deiner Mitbewerber zu unterscheiden. Das können ideelle oder visuelle Eigenschaften sein, die mit Deinem Unternehmen assoziiert werden.

So sollten beispielsweise auf Deiner Website alle Farben, Schriften, Bilder und die gewählte (An-)Sprache die Aussage deines Angebots unterstreichen.

Definition: Branding

“Branding” ist die (visuelle) Identität, die Du Deinem Unternehmen gibst, wodurch Du Vertrauen schaffst und Dich von den Mitbewerbern hervorhebst. Der Begriff “Branding” und der Begriff “Corporate Design” werden heute oft identisch verwendet – hier wie dort geht es darum, eine Unternehmensmarke sichtbar, eigenständig und positiv erlebbar und sie damit “begehrenswert” zu machen, wobei sich Branding nicht nur auf visuelle Elemente beschränken muss.

Wenn du Social Media nutzt, solltest Du auf allen Kanälen eine zu Deiner Kernaussage passende Bilder und Inhalte verwenden. In Deinen Blogartikeln kommst Du immer wieder subtil auf Dein Alleinstellungsmerkmal zurück.

Was auch immer Du tust, Deine potentiellen Kunden sollen auf den ersten Blick verstehen und immer wieder erinnert werden:

„Das ist Daniela, sie bietet hochwertige Produkte rund um spirituelle Persönlichkeitsentwicklung und sie ist dafür besonders qualifiziert, weil sie ein Jahr bei einem Guru in Indien verbracht hat. Mit ihrer Hilfe finde ich meinen Weg viel leichter als allein und kann alles ganz bequem zu Hause vor meinem Laptop lernen.“

Damit hast Du die Grundlage für ein effektives Marketing für Dein Unternehmen geschaffen.

Definition: Personal Brand

“Personal Brand” bedeutet die Identifikation einer Person als Marke. Bei der Personal Brand steht die eigene Person als Marke im Mittelpunkt. Dies bietet sich zum Beispiel an, wenn Du als Einzelperson auf Deinem Blog Coaching anbietest und Deine Dienstleistung eng mit Deiner Person verknüpft ist.

Alles klar? Dann fange an, Probleme zu lösen!

Wenn Du die hier aufgezeichneten Schritte einen nach dem anderen abarbeitest, wirst Du am Ende recht genau wissen, wem Du mit Deinem Business hilfst und wie Du dafür sorgst, dass diese Person das auch schnell versteht, wenn sie dir online begegnet.

Wenn Du das Gefühl hast, Du braucht noch ein bisschen professionelle Unterstützung von Experten auf deinem Weg, dann bist Du bei uns an der richtigen Adresse.

Wir bieten unterschiedliche Pakete an, zum Beispiel unseren Branding- und Positionierungs-Workshop, in dem wir genau diese Schritte zusammen mit Dir durcharbeiten und Dich mit unserem neutralen Blick und unserer Expertise bei Deiner Nischenfindung und Profilschärfung unterstützen.

Erzähl uns von Deinem Projekt – wir melden uns umgehend bei Dir!