Diese Frage begegnet uns öfter. Schließlich nutzen 50 bis 80 Prozent aller Websites Google Analytics. Wer wissen möchte, wo die Besucher*innen der Website herkommen und wie lange sie dort verweilen, kommt um ein Trackingtool nicht herum – zum Beispiel, um herauszufinden, wie erfolgreich eine Online-Werbekampagne war. Aber muss es Google Analytics sein? Unsere Antwort ist ein klares: Eher nicht. 

5 Nachteile von Google Analytics 

Über 50 Prozent aller Websites nutzen Google Analytics als ihr Trackingtool. Klar, wieso auch nicht? Es tut alles, was ein Trackingtool können sollte: es gibt Einblick in die Performance der Website und das in der Basisversion sogar kostenlos. Doch leider bringt es auch einige gewichtige Nachteile mit sich:

1. Google Analytics kostet Zeit

Auch wenn es auf den allerersten Blick vielleicht einfach aussieht: Google Analytics muss man können.

Und damit sich der Aufwand der Einbindung lohnt, benötigt man für das Trackingtool vor allem eins: Zeit – und das regelmäßig und im Idealfall mehrere Stunden pro Woche oder zumindest pro Monat. Dieses Tool bringt nur etwas, wenn sich Teammitglieder entweder schon länger damit beschäftigt haben oder bereit dazu sind, sich der Funktionen anzunehmen und die Daten auch auswerten kann. Durch häufige Updates und Änderungen an der Software ist regelmäßige Weiterbildung essentiell, um das Trackingtool auch langfristig konstruktiv nutzen zu können.

Solange es im Team niemanden gibt, der dazu bereit ist, sich regelmäßig weiterzubilden, sich mit dem Tool auskennt und genug Zeit in die Auswertung stecken kann, macht Google Analytics wenig Sinn.

2. Google Analytics hat ein Datenschutzproblem

Das Trackingtool von Google gilt – Überraschung! – als problematisch, was den Datenschutz angeht. Google kann damit nämlich ein umfangreiches Benutzerprofil von Besucher*innen einer Webseite anlegen. Ist jemand außerdem zufällig beim Besucht der getrackten Website im Google-Konto angemeldet, können die erhobenen Daten sogar einer bestimmten Person zugeordnet werden. Uff! Das in Kombination damit, dass die Daten in den USA gespeichert werden, wo die Datenschutzbestimmungen laxer sind als in Europa, ist ein weiterer Minuspunkt. 


In Deutschland darf Google Analytics daher nur unter datenschutzrechtlichen Auflagen eingesetzt werden. Aufgrund der jüngsten Entscheidung des Europäischen Gerichtshofs vom 16.7.20 zum EU/US-Privacy Shield empfiehlt es sich auch von rechtlicher Seite erst einmal abzuwarten, bis Rechtssicherheit geschaffen ist, bevor ihr Google Analytics auf eurer Website einbindet und problemlos nutzen könnt.

Ihr entscheidet euch dazu, Google Analytics zu nutzen?

Dann findet Ihr hier einige Tipps, was ihr zur datenschutzkonformen und rechtssicheren Nutzung des Trackingtools beachten müsst:

  • ADV-Vertrag mit Google abschließen
  • IP-Adressen anonymisieren
  • Widerspruchsmöglichkeiten in Form von Opt-Out Cookies / Browser-Plugin anbieten
  • Datenschutzerklärung anpassen

Wollt ihr Genaueres wissen und euch schlauer zur datenschutzkonformen und rechtssicheren Nutzung des Trackingtools machen? Verschafft euch einen Überblick und informiert euch über die Schritte, die anzugehen sind. :)

3. GA braucht einen Cookie-Hinweis 

Die Nutzung von Google Analytics geht Hand in Hand mit einem Cookie-Hinweis – also so einem nervigen Cookie-Banner, der euch beim Aufrufen der Website begrüßt. Wie ihr der Infobox oben entnehmen könnt, ist das eine ganz schön große Box, wenn ihr die Cookie-Einverständniserklärung wirklich DSGVO-konform gestaltet. Denn dann solltet ihr sicherheitshalber mit Opt-In arbeiten. Das kann User schnell mal abschrecken und bei schlechtem Design, schnell mal die Bounce Rate in die Höhe treiben


Die Erstellung eines Cookie-Banners ist nicht nur nervig, sie wird auch schnell teuer! Denn es gibt keine so richtig zufriedenstellenden Lösungen, die nichts kosten. Aber mehr zu Cookies-Plugin-Auswahl könnt ihr in diesem Artikel nachlesen: “Die 5 besten WordPress Cookie Plugins in 2020 (inkl. Überblick über die Rechtslage)”.

Und apropos Cookie… 

… njam, njam: Woher weiß man eigentlich, welche Cookies die eigene Website setzt? Antworten findet ihr bei cookiemetrix oder webbkoll.

4. Es gibt datenschutzfreundliche Alternativen zu Google Analytics

Auch wenn viele es nicht glauben, gibt es neben Google Analytics auch Trackingtools, die ebenso kostenlos, leichter zu bedienen und vor allem datenschutzfreundlich sind und teilweise keiner Cookies bedürfen. Toll, oder?

Wir selbst nutzen diese Variante und wollen sie auch euch ans Herz legen, denn sie ist kostenlos, bedarf keiner Cookies und ist damit DSGVO-konform:

  • Für WordPress-Seiten empfiehlt sich das Plug-in Statify – das ist unser Favorit unter den simplen Trackingtools. Damit könnt ihr sehen, welche Seiten am häufigsten und wie oft aufgerufen werden. Und bekommt eine Liste mit den häufigsten Quellen und Zielseiten. Der Vorteil: Statify ist DSGVO-konform, da es weder personenbezogene Daten speichert noch Drittanbieter nutzt. Ihr braucht daher keine Einwilligung eurer Nutzer*innen einzuholen. Juhu – Cookie-Banner adé! :)

Diese Informationen reichen euch nicht aus? Uns auch nicht, daher nutzen wir Statify in Kombination mit der Google Search Console:

  • Die schlaue Ergänzung kommt sogar von Google selbst: die Google Search Console. Die sollte sowieso jede Website haben, da sie einem Fehler auf der Website, die Google bspw. vom Crawlen abhalten, mitteilt. Gleichzeitig lässt sich über das Tool vielerlei auslesen: Mit welchen Geräten nutzen User eure Seite? Mit welchen Keywords werden welche Seiten gefunden? Welche Keywords und Seiten bringen das beste Ranking? Der Vorteil: Die Google Search Console ist DSGVO-konform, da keine personenbezogenen Daten gespeichert werden.

Natürlich gibt es neben diesen beiden noch viele weitere Google-Analytics-Alternativen, um eure Nutzer*innen datenschutzfreundlich kennenzulernen. Kennt ihr zum Beispiel Google-Analytics-Konkurrenz Matomo? Mit Matomo bleibt die Datenhoheit im Gegensatz zu GA bei de*r Seitenbetreiber*in! Im Artikel Matomo vs. Google Analytics könnt ihr Genaueres nachlesen. 

5. Trackingtools als Energiefresser

Das ist vielleicht nur ein Nebeneffekt, aber kein unwichtiger: Wenn ihr auf ein Trackingtool verzichtet, spart ihr Energie und eure Website wird etwas klimaschonender. 

Wieso? Ein Trackingtool benutzt Server, die wiederum in Rechenzentren sitzen – diese kosten Strom. Wusstet ihr zum Beispiel, dass Rechenzentren 2% der globalen Treibhausemissionen ausmachen? Das ist so viel wie die der gesamten Luftfahrtindustrie.  

Verzichtet ihr also auf ein Trackingtool, spart ihr tatsächlich Strom und gestaltet damit eure Website nachhaltiger. Für uns bei ACB ist das ein wichtiger Punkt, denn wir finden: Nachhaltige Websites machen die Welt ein Stückchen besser. 

Die Vorteile – oder: wann Google Analytics Sinn macht

Nachdem wir nun alle Nachteile besprochen haben: Es gibt natürlich auch Fälle, in denen Google Analytics gut eingesetzt werden kann oder es sogar kaum ohne geht. Hier also auch ein paar Vorteile zu den Nachteilen von Google Analytics:

Zum Beispiel, wenn ihr wissen wollt…

  • … welche eurer GoogleAds-Anzeigen erfolgreich konvertieren, und sie weiter optimieren wollt. Google Analytics kann hier Konversionen und Ziele tracken.
  • … welche Seiten eine hohe Absprungrate haben und wie sich die Besucher auf eurer Website verhalten.
  • … genug Besucher*innen habt, sodass die Zahlen wirklich repräsentativ sind.
  • … eben genug Zeit und Expertise habt, die Zahlen auszuwerten.

In der Installation und Handhabung ist die Google-Variante – wenn einmal begriffen – einfach und es gibt guten online Support sowie viele Tutorials und kostenlose Schulungen bei Google selbst.

Fazit: Google Analytics nur für umfangreiche & analyse-intensive Projekte!

Nach dem Abwägen der Vorteile und Nachteile von Google Analytics gilt vor allem eins: Gerade als nachhaltiges Unternehmen oder als NGO sollte man sich überlegen, ob man die Datenkrake Google Analytics füttern möchte… ;) 

Achtung! Diese Seite stellt lediglich unsere Erfahrungen dar und verlinkt einige Websites, die wir hilfreich finden. Das hier ist keine Rechtsberatung. Jegliche Haftung ist ausgeschlossen. Im Zweifel lasst euch bitte anwaltlich beraten.