Eine userfreundliche Website soll für Menschen und Suchmaschinen leicht zu verstehen und einfach zu bedienen sein. Akkordeon-Elemente helfen dabei, Inhalte übersichtlich darzustellen. Aber: Können Suchmaschinen diese Inhalte überhaupt richtig lesen? In diesem Artikel schauen wir uns an, ob Inhalte im Akkordeon schlechter bewertet werden – oder ob das nur ein SEO-Mythos ist.

Zusammenfassung für Eilige: Sind Akkordeon-Elemente schädlich? Ziemlich sicher nein!

Es gibt unserer Einschätzung nach keine Anzeichen, dass Akkordeon-Elemente sich schädlich auf das Ranking auswirken. Allerdings besteht die Möglichkeit, dass Inhalte, die erst nach dem Aufklappen sichtbar werden, etwas weniger Gewicht erhalten.

Daher empfehlen wir: Wichtige Informationen sollten immer außerhalb von Akkordeon-Elementen platziert werden, um sicherzustellen, dass sie von Suchmaschinen optimal erfasst werden – und so sind sie auch für User auf den ersten Blick direkt sichtbar sind.

Definition: Was sind Akkordeon-Elemente – und warum sind sie so beliebt?

Bevor wir uns mit den SEO-Auswirkungen beschäftigen, werfen wir einen Blick darauf, was Akkordeon-Elemente eigentlich sind. Kurz gesagt, es handelt sich um klappbare Inhaltsbereiche, die auf eurer Website Platz sparen und eine aufgeräumte Optik schaffen.

Akkordeon-Elemente werden häufig in Navigationsmenüs, FAQ-Seiten und anderen Szenarien eingesetzt, bei denen eine klare Strukturierung und Organisation von Inhalten erforderlich ist, ohne dabei zu viel Platz auf der Webseite einzunehmen

So sehen die FAQs bei uns auf der Seite aus, bestehend aus Akkordeon-Elementen:

Tabbed Content verbessert die Usability. Lange Texte überfordern Nutzer:innen nicht, weil sie sich mit Akkordeon-Elementen besser orientieren können. Da immer mehr Menschen mobil surfen, müssen Websites auch auf Smartphones und Tablets gut funktionieren. Genau dafür eignen sich Akkordeon-Elemente – sie zeigen Inhalte übersichtlich, solange sie auf kleinen Bildschirmen gut nutzbar sind.

SEO-Aspekte von Akkordeon-Elementen

Nun zur Frage, die viele von euch brennend interessiert: Wie wirken sich Akkordeon-Elemente auf SEO aus?

Grundsätzlich sind Akkordeon-Elemente per se nicht schädlich. Nach den SEO-Grundlagen von Google ist eine klare Textstruktur wichtig, damit Nutzer:innen leicht erkennen, wo ein Thema beginnt und wo es endet. Um Inhalte zu sortieren und übersichtlich zu gliedern, kann das Akkordeon-Element ein nützliches Tool sein – und sich dadurch sogar positiv auf die SEO auswirken. Allerdings nennt Google das Akkordeon-Element in den SEO-Richtlinien nicht ausdrücklich.

Ausschlaggebend scheint die technische Umsetzung des Akkordeon-Elements zu sein. Werden die Inhalte durch CSS geladen und ausgeblendet, dann kann Google die Inhalte lesen und crawlen (Xovi, 2023). Muss erst ein Klick, Swipe oder Tap erfolgen, bevor die Inhalte geladen werden, erkennt der Google Crawler sie nicht automatisch.

Akkordeon-Elemente: praktisch für Nutzer:innen & suchmaschinenfreundlich einsetzbar

Zwei etwas ältere Fallstudien – von Searchpilot (2020) und Reboot (2023) – zeigen, dass sichtbarer Text meist besser performt als versteckter Text. Bei Searchpilot wurde versteckter Akkordeon-Text direkt auf der Seite eingeblendet – das Ergebnis: Die organische Sichtbarkeit stieg um 12 %. Reboot kam zu einem ähnlichen Fazit: Inhalte, die per CSS oder JavaScript versteckt waren, schnitten im Ranking deutlich schlechter ab. Die Algorithmen von Google bevorzugten  zumindest in der Vergangenheit also höchstwahrscheinlich vollständig sichtbaren Text.

Auch Schlauri & Andreas (2023) zeigen in einer Studie: Zwar kann Google Inhalte in Akkordeons indexieren, doch in der Praxis ranken sie oft schlechter als direkt sichtbarer Content. In einem Versuch auf der Website von Iceland Groceries stieg die Anzahl der organischen Sitzungen um 12 %, nachdem versteckte Inhalte wie Produktdetails und Nährwerte sichtbar gemacht wurden. Daher kann es riskant sein, wichtige Informationen in Akkordeons zu verbergen.

Die Situation ist also etwas knifflig: Einerseits helfen die Akkordeons zu ordnen und zu gliedern, andererseits bergen sie die Gefahr, dass der Text schlechter gewichtet wird als voll sichtbarer Text. 

Best-Practice-Tipps für Akkordeon-Elemente

Ihr plant, Akkordeon-Elemente einzusetzen? Dann sind hier unsere Empfehlungen für die Verwendung von Akkordeon-Elementen, damit sie nutzbar sind, ohne eure SEO-Bemühungen zu torpedieren.

  • Wichtige Inhalte sichtbar machen
    Wichtige suchmaschinenrelevante Inhalte sollten immer (auch) direkt sichtbar sein und nicht nur hinter ausklappbaren Elementen versteckt werden. So könnt ihr sichergehen, dass sie vollständig indexiert werden. Und auch User können diese zentralen Inhalte direkt sehen.
  • Eingeklappter Text für sekundäre Inhalte
    Verwende Akkordeon-Elemente für sekundäre oder ergänzende Informationen. Wichtige Inhalte sollten auf der Hauptseite gut zugänglich bleiben.
  • (Mobile) Benutzerfreundlichkeit testen
    Achtet darauf, dass eure Akkordeon-Elemente auf mobilen Geräten gut funktionieren und leicht zu bedienen sind. Testet sie auch auf verschiedenen Geräten und in unterschiedlichen Browsern, da diese HTML, CSS und JavaScript unterschiedlich interpretieren können, was zu Darstellungsfehlern oder Funktionsproblemen führen kann.
  • Akkordeon-Titel (auch für Suchmaschinen) optimieren
    Verwendet aussagekräftige und, wenn passend, Keyword-relevante Titel für eure Akkordeon-Elemente. Diese Titel werden von Suchmaschinen berücksichtigt und können eure SEO verbessern.
  • Crawlbare Inhalte sicherstellen
    Achtet darauf, dass die Inhalte in euren Akkordeon-Elementen von Suchmaschinen erfasst werden können. Wenn die Inhalte im HTML-Quellcode vorhanden sind und nicht erst durch Klicks sichtbar werden, können sie indexiert werden. Überprüft dies bei Bedarf mit der Google Search Console oder Tools wie Screaming Frog.

Sind Akkordeon-Elemente nun nachteilig oder nicht? Unser Fazit

Akkordeon-Elemente können eure Website auf jeden Fall verbessern – wenn ihr sie klug einsetzt. Sie sorgen für eine bessere User Experience und das kann auch euer SEO stärken. Wichtig dabei: Die Inhalte im Akkordeon müssen für Menschen und Suchmaschinen gut sichtbar bleiben – denn Sichtbarkeit zählt.

Die gute Nachricht: Viele aktuelle Einschätzungen gehen davon aus, dass Akkordeons dem SEO nicht schaden – sofern sie technisch sauber eingebunden sind. Wenn ihr die Tipps aus diesem Artikel beachtet, könnt ihr Akkordeon-Elemente problemlos nutzen – ohne euer Ranking zu gefährden.

Bereit, eure Website auf das nächste Level zu heben?

Wir stehen euch mit Rat und Tat zur Seite! Kontaktiert uns gerne, um mehr über die perfekte Balance zwischen SEO, Usability und Design zu erfahren.

Team Frauenpower im Grünen

Neugierig auf Tipps, Tools & Impulse für gute Webprojekte?

Etwa einmal im Monat teilen wir praxisnahes Wissen für wirkungsvolles Webdesign – mit Fokus auf Nachhaltigkeit, Barrierefreiheit und den digitalen Alltag von NGOs und zukunftsorientierten Projekten.

Durch das Absenden des Newsletterformulars stimme ich zu, dass meine Daten entsprechend der Datenschutzerklärung zum Versand des Newsletters verwendet und gespeichert werden dürfen. Ich kann meine Einwilligung jederzeit widerrufen, etwa per E-Mail. Die Rechtmäßigkeit der vor dem Widerruf erfolgten Datenverarbeitung bleibt davon unberührt.

Dieses Feld dient zur Validierung und sollte nicht verändert werden.