Blocksatz, Schriftgröße, Zeilenlänge
5 Grundregeln fĂĽr gut lesbare Webtexte

Texte im Netz mĂĽssen vor allem eins sein: Gut lesbar. Doch wie sieht ein solcher Text aus? Wann entspricht er dem Leseverhalten der User? Dieser Artikel erläutert euch die wichtigsten Grundregeln zum Thema Blocksatz, Zeilenlänge und Schriftgröße. 

Vorab: Leseverhalten der User

Im Netz wird den User*innen viel Lesematerial geboten. Und es wird viel gelesen (oder besser gesagt: überflogen)  – aber häufig nicht am Stück.

User*innen sind darin geübt, Texte zu scannen und damit viel Content in kürzester Zeit zu sichten. Texte müssen vom Design her dem sprunghaften Leseverhalten der Besucher*innen angepasst und für das Auge angenehm sein. 

Hier die fünf Webdesign-Grundsätze für gut lesbare Texte im Web:

1. Die richtige Zeilenlänge fürs Web

Eine Zeile ist dann für das menschliche Auge angenehm und gut zu erfassen, wenn sie aus nicht mehr als ungefähr 75 Zeichen besteht.

Ist die Zeile zu lang, können Anfang und Ende schwierig erfasst werden, was dazu führen kann, dass der User in den Zeilen verrutscht. Geht man von einem Breitformat aus, sollte der Text – je nach Bildschirmgröße – nicht über die volle Breite gehen.

Andererseits: Sind die Zeilen zu kurz, müssen die Leser*innen sehr schnell von einer Zeile zur nächsten springen, was einen sehr schnellen und hektischen Lese-Rhythmus verursacht.

Unser Fazit: Wenn eure Zeile zwischen 50 und 80 Zeichen hat, ist alles im grĂĽnen Bereich.

2. Keinen Blocksatz oder zentrierte Texte!

In Büchern, Zeitschriften und Zeitungen werden Texte oft in Blocksatz verfasst, das gibt Struktur und Klarheit und nutzt den vorhanden Platz effizient. Für Web-Texte eignet sich der Blocksatz nicht. Zum einen fordert die Bündigkeit eines Blocksatzes viel Konzentration von den Leser*innen, während User meistens sehr schnell Texte erfassen möchten. 

Außerdem gibt es zu viele unterschiedliche Formate und Bildschirmgrößen, in denen der Text aufgerufen wird. In (hochwertigen) Druckprodukten wird der Zeilenumbruch mithilfe von Trennfugen und Wortabstands-Einstellungen Zeile für Zeile optimiert und damit ein gleichmäßiges, angenehm lesbares Satzbild erzeugt – für genau das Format, in dem der Text abgebildet wird. In einem responsiven Design ist das bisher noch nicht möglich.

Bitte kein Blocksatz – denn jede Displaygröße gibt eine andere Zeilenlänge vor.

Eine optimale Textdarstellung auf verschiedenen Geräten kann demnach nicht garantiert werden, und die so entstehenden teilweise extrem weiten Wortabstände würden das Lesen enorm erschweren.

Und ist zentrierter Text okay?

Wir raten davon ab, denn auch (längere) zentrierte Texte sind nicht gut lesbar, weil das Auge immer den Anfang der nächsten Zeile suchen muss. Zentrierte Texte bieten sich nur in wenigen Fällen an – und zwar bei ausgewählten und sehr kleinen Textmengen. So können zum Beispiel Zitate oder Slogans hervorgehoben werden.

Im Normalfall sollte FlieĂźtext also immer linksbĂĽndig sein.

3. Schriftgröße & Zeilenabstand für gute Lesbarkeit

Eine zu große Schriftgröße ist selten das Problem. Meistens wird immer noch eine zu kleine Schriftgröße verwendet. Das ist jedoch sehr anstrengend für die Leser*innen.

Ab 9 Pixel wird ein Text überhaupt erst lesbar im Web, früher wurden 12 Pixel empfohlen, dann 14, heute empfiehlt man 16 Pixel standardmäßig als unterste Grenze für Schriftgrößen für Fließtexte. Das hat vor allem mit den heutigen Endgeräten zu tun, auf denen die Texte aufgerufen werden.

AuĂźerdem sorgt der richtige Zeilenabstand fĂĽr eine gute Leserlichkeit. Der Zeilenabstand hängt auch von der Schriftgröße ab. 

4. Kontrast von Schrift- und Hintergrundfarbe

Neben Schriftgröße und Zeilenabstand kommt es natürlich auch auf den Untergrund und die gewählte Textfarbe an. Manche Farben lassen den Text zwar optisch stylisch wirken und bringen Abwechslung, aber am Ende leidet die Lesbarkeit.

Deshalb ist der Kontrast zwischen Hintergrund und Schriftfarbe elementar – umso mehr, als das jeder Bildschirm auf der Welt Farben anders wiedergibt.

5. Testen nicht vergessen!

Wenn ihr Texte im Web veröffentlicht, überprüft, ob ihr euch an die gerade beschriebenen Grundsätze haltet.

Außerdem empfehlen wir euch, sie unbedingt auf unterschiedlichen Endgeräten zu testen, um die jeweilige Darstellung zu überprüfen.

Auf diese Weise stellt ihr sicher, dass ein guter inhaltlicher Text von einem passenden optischen Layout unterstĂĽtzt wird und auch die Beachtung der User findet.

Und wie heißt es so schön? Das Auge liest mit ;-)

Ihr wollt eure Texte im Web userfreundlich und attraktiv darstellen? Wir beraten und begleiten euch – Wort für Wort.